Lokales

Konzert für Georg

Lizard und Bruce Brokshire auf Memorial-Tour

Reichenbach. Völlig überraschend verstarb am 20. Februar 2009 Georg Bayer, der charismatische Sänger von Lizard. Wie kein anderer hat er die

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brigitte gerstenberger

Southern-Rock-Szene hier geprägt. Gemeinsam erinnerte die Band mit Bruce Brokshire, USA, Bandleader von Doc Holliday und langjähriger Freund von Georg Bayer, an seine einzigartigen Songs. Den rockenden Wüstenfüchsen gelang in der Halle in Reichenbach ein fulminanter Tourauftakt mit sirenenschrillen Aufwärtsfahrten aus schmelzenden Slow-Akkorden, komplexem Rhythmusteppich, pulsierendem Bass und gnadenlos prickelndem Gitarrensound. In der Rock-Szene ein viel gefragter Schlagzeuger ist der Kirchheimer Helmut Kipp, seit 1995 wirbelt er bei Lizard die Sticks. Ebenfalls mit auf der Bühne war Bayers Sohn Felix, der bei drei Songs als Sänger und Bassist debütierte und vom Vater das Rock- feeling geerbt hat.

Das Zusammenspiel mit dem Sou­thern-Rock-Haudegen Bruce Brok­shire, der für die Tour die Vocals bei Lizard übernommen hat, funktionierte perfekt, sind die Musiker doch seit vielen Jahren ein eingespieltes Team. Christoph Berner, bildet mit Volker Dörfler ein virtuoses Gitarren-Duo. Ausgefeilte Double-Leads bei dem Titel „Boys are on the Road“, die mit Anleihen an die famose Allmann Brothers Band nicht geizten. Die Allmann Brothers machten den Southern Blues Rock in den 70er-Jahren auch in Deutschland bekannt und so trat Lizard diesmal mit zwei Drummern auf, Hellmut Kipp und Wolfgang Rosner, deren intensiver Drive im wahrsten Sinne des Wortes unglaublich reinhaute. Alle Southern-Insignien, die die Herzen der Lizard-Fangemeinde höher schlagen ließen, wurden mit unglaublichem Groove serviert. Zwischen Kreuzfeuern aus fetten Gitarrenriffs waberte das geniale Honkey-Tonk-Keyboard von Klaus Brosows­ki, am Bass agierte zuverlässig Ralf Mende.

Seit 1995 gibt es Lizard in dieser Besetzung, unermüdlich hat sich die Band zur Nummer eins des deutschen Southern Rock emporgearbeitet. Ge­org Bayer, energiegeladen wie er war, hatte wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung, etwa mit seinen Songs „Money World“, Don`t you know“ oder „Tell me“. Seine Bühnenpräsenz war einmalig und „Lonesome Guitar“, ein Song aus der Feder von Bruce Brokshire, wurde von ihm auf unnachahmliche Weise interpretiert. Er war der Song schlechthin, der zum Ende eines jeden Gigs von „Schorsch“ als Schmankerl für die Fans dargeboten wurde. Zum Finale gedachte Bruce Brokshire mit dem „Georg Song“ seinem Freund. Dabei ließ er noch einmal die musikalische Zusammenarbeit mit seinem „Southern-Bruder“ Revue passieren. Frenetisch wurde von den zahlreichen Lizard-Fans die Zugabe herbeigeklatscht und mit dem Spencer-Davis-Titel „Keep on running“ und der „Route 66“ von Bobby Troup, endete ein denkwürdiges Konzert.