Lokales

Kooperation der Kliniken gegen Krebs

Erneute Gespräche führten zum Ziel: Der onkologische Schwerpunkt Esslingen kann gegründet werden. Ein entsprechendes von der Geschäftsführerin des Klinikums Esslingen, Dr. Cornelia Lindner, und ihrem Kollegen bei den Kreiskliniken, Franz Winkler, erzieltes Verhandlungsergebnis segneten jetzt der Betriebsausschuss des Klinikums Esslingen und der Krankenhausausschuss des Landkreises ab.

KREIS ESSLINGEN "Mit mehreren Betriebsstätten am Klinikum Esslingen und den Kreiskliniken Esslingen entsprechen die Stadt und der Landkreis dem steigenden Bedarf nach einer onkologischen Versorgung der Bevölkerung bei der Diagnose Krebs", so OB Zieger und Landrat Eininger in einer gemeinsamen Pressemitteilung. "Die Schwerpunktbildung bietet die große Chance, im gesamten Landkreis bei der Entwicklung einer hochwertigen, qualitätsgesicherten onkologischen Versorgung medizinisch wie wirtschaftlich einen bedeutenden Schritt voranzukommen. Die Bündelung der onkologischen Kompetenz ist gesundheitspolitisch und medizinisch in erster Linie aber für die Patienten vorteilhaft", bekräftigten OB Zieger und Landrat Eininger. Zugleich zeigten sich beide über die Bereitschaft zur Kooperation zwischen Stadt und Kreis in einem zentralen medizinischen Fachbereich erfreut.

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Das Klinikum Esslingen und die Kreiskliniken bündeln in der Krebsbehandlung ihre Kräfte gemeinsam und als gleichberechtigte Partner. Krebskranke Menschen werden im Landkreis künftig noch besser nach neuesten Erkenntnissen von Forschung und Klinik versorgt. Das Eckpunktepapier sieht vor, am Klinikum Esslingen aufgrund der dort bereits vorhandenen Infrastruktur eine Koordinierungszentrale für den onkologischen Schwerpunkt einzurichten. Sie hat unter anderem die Aufgabe, die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Schwerpunkts zu sichern und gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen zu organisieren.

Krebs zählt zu den am meisten gefürchteten Erkrankungen weltweit. Frühzeitig erkannt, sind viele Krebsarten heilbar oder können zumindest lebensverlängernd behandelt werden. Eine erfolgreiche und für den Patienten schonende Therapie erfordert indes eine ganzheitliche, kontinuierliche Betreuung, die nur dann funktioniert, wenn die verschiedenen medizinischen Fachdisziplinen perfekt zusammenwirken, unter anderem Internisten, Fachchirurgen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Psychoonkologen. Ebenso wichtige Partner sind die Pflege und die seelsorgerische Begleitung.

Vordringliche Aufgabe des neuen onkologischen Schwerpunktes Esslingen ist die flächendeckende Früherkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation von Patienten mit Tumorerkrankungen im gesamten Versorgungsgebiet. Dabei arbeitet der Schwerpunkt mit allen an der onkologischen Versorgung beteiligten Leistungserbringern im Versorgungsgebiet zusammen.

In Zukunft plant der onkologische Schwerpunkt Kooperationen mit weiteren an der onkologischen Behandlung direkt oder indirekt beteiligten Ärzten und Einrichtungen. Sie müssen dafür die Anforderungen der Fachgesellschaften erfüllen. Diese Kriterien gelten bereits sowohl für das Klinikum Esslingen als auch für die Kreiskliniken.

Die Leitung dieser Zentrale wird mit Professor Dr. Michael Geißler dem Klinikum Esslingen übertragen. Der erste Stellvertreter des Leiters der Zentrale kommt im Gegenzug von den Kreiskliniken. Zudem wird ein Beirat gegründet, der paritätisch vom Klinikum und den Kreiskliniken besetzt ist. Aufgabe dieses Beirates ist unter anderem die Wahl des Leiters der Koordinierungszentrale und seines Stellvertreters, erstmals nach zwei Jahren. Stellt das Klinikum Esslingen den Leiter, so muss der Stellvertreter aus den Kreiskliniken kommen und umgekehrt. Der stellvertretende Leiter der Zentrale ist stets auch Vorsitzender des Beirates.

pm