Lokales

Kopflos gegen Zonendeckung

KIRCHHEIM Beide Coaches waren nach dem Basketball-Krimi in der Sporthalle Stadtmitte mit ihren Teams unzufrieden. Kirchheims Theo Leftakis natürlich deutlich mehr: "Wir haben versagt", waren seine ersten Worte nach dem Spiel. Zoran Seatovic, das erste Mal seit einigen Wochen wieder auf dem Feld und noch sichtlich gehandicapt, zeigte sich auch nicht gerade als strahlender Sieger: "Wir hätten aus der Schwäche Kirchheims viel mehr machen müssen." Er verstand aber auch bei den Knights so manches nicht: "Wie wenig Kirchheim gegen unsere Zone eingefallen ist, hat mich schon erstaunt."

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Theo Leftakis mag bei einem solchen Statement die Augen verdrehen, versucht hat er schließlich einiges. "Wir verlieren gegen eine Zonendeckung immer den Kopf", zeigte sich der Coach hinterher ratlos. "Die machen einfach nicht, was ich sage." Center und Flügel hätten heute getrennt gespielt. Sicherlich spielt die offensichtliche Hilflosigkeit gegen diese Raumdeckung auch eine große Rolle bei der Trefferquote. Seatovic: "Es ist doch klar: Wenn man nicht weiß, was man machen soll, wird man konfus und dann trifft man nicht."

"Fleißigster" Fahrkartenversender war der sonstige Kunstschütze Kai-Uwe Kranz: Nur zwei seiner 13 Dreipunkte-Versuche fanden das Ziel. Offensichtlich hat Kranz das Tief nach seiner Grippe immer noch nicht überwunden. Zwei Minuten vor Schluss musste er nach seinem fünften Foul auf die Bank. Eine Wiederholung seiner Heldentat von vor einem Jahr, als sein Wunderwurf in letzter Sekunde den Sieg brachte, war so nicht möglich.

Diesen Part sollte diesmal Ross Jorgusen übernehmen, einer der wenigen, der eine normale Trefferquote (43 Prozent) zu verbuchen hatte. Wir wissen, es klappte nicht: "Ich hab versucht, so schnell wie möglich zu werfen, damit wir noch eine Chance für den Rebound haben", beschrieb Jorgusen die Schlussszene. "Als ich den Ball losgelassen habe, dachte ich, er geht rein." Eine Erklärung für die schlechte Quote hatte auch der Boss nicht. Allzu tragisch nehmen will der Amerikaner, dem immerhin vier Dreipunktewürfe gelangen, die Niederlage nicht: "Natürlich sind wir alle enttäuscht. Aber wir wussten, dass wir nicht ungeschlagen durch die Saison kommen."

Enttäuscht an diesem Abend waren auch die mehr als 1 000 Fans, die sich das Spitzenspiel nicht entgehen lasen wollten. Die meisten gingen mit einer Mischung aus Frustration und Faszination nach Hause, um vielleicht noch die zweite Hälfte des Fußball-Länderspiels in Paris mitzubekommen.

mad