Lokales

Kopfstoß sorgt für Empörung beim SV Nabern

Das Spätsommerwetter mit Temperaturen um 27 Grad beflügelte gestern die Offensivkräfte. Auf den Plätzen in der Region fielen ungewöhnlich viele Tore.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM 38 Treffer in der Bezirksliga, 36 in der Kreisliga A2, 30 in der Kreisliga B6 stattliche Rekordmarken, die in dieser Saison einige Zeit Bestand haben könnten.

Nur zwei Tore musste in der Landesliga der GSV Dürnau schießen, um drei Punkte zu kassieren. Das Team, seit Beginn der Runde vom früheren VfL-Funktionär und -Trainer Jürgen Schorstädt gecoacht, sicherte sich mit einem 2:1 in Nellingen den zweiten Saisonerfolg. Was dem Sparwiesener Schorstädt natürlich gefällt. "Wir haben nur beim Topfavoriten VfR Aalen II verloren, dieser Sieg in Nellingen war nun einer der ganz wichtigen Sorte." Schorstädt schickt ein Dankeschön an Alexander Hübbe nach Weilheim. "Mein Vorgänger als GSV-Trainer hat hier gute Arbeit geleistet und ein funktionierendes Team hinterlassen." Eine der Dürnauer Stützen: Der frühere Torwart des VfL Kirchheim, Michael Schöffel.

Die Landesliga für die Traditionsclubs SC Geislingen, FV 09 Nürtingen und SV Göppingen angesichts ihrer Historie immer erstrebenswertes Ziel. Nach drei Spieltagen haben sich die drei Clubs mit den großen Namen schon an der Bezirksligaspitze eingenistet. Tabellenführer bleibt allerdings weiterhin der TSV Boll mit Trainer Ezio Paladino nach einem 5:3 gegen den TSV Neckartailfingen. Der TSV Notzingen ist Zehnter und die Heimpleite des Teams von Claus Maier gegen den SC Geislingen (0:2) war vom einheimischen Anhang nicht unbedingt erwartet worden.

Böses Blut bei der Partie zwischen den SF Dettingen und dem SV Nabern: Wenige Sekunden vor dem Abpfiff des ansonsten fairen Lokalkampfes ging plötzlich Naberns Spieler Andreas Gall blutend zu Boden. Nach ersten Befragungen ergab sich folgendes Bild: Dettingens Spielertrainer Alexander Musumeci soll im Vorbeilaufen den Naberner Akteur hinter dem Rücken des Schiedsrichters mit einem Kopfstoß ins Gesicht zu Boden gestreckt haben. Dies wurde von mehreren Zeugen bestätigt. Im Anschluss an diese Aktion kam es zu tumultartigen Szenen auf dem Dettinger Sportgelände, Zuschauer stürmten auf den Platz. Der Unparteiische unterbrach die Partie für kurze Zeit. Gall musste ins Krankenhaus gebracht werden, wo die Wunde genäht wurde. Die Aktion sorgte auch nach der Partie noch für hitzige Debatten. Naberns Abteilungsleiter Rainer Kneile war empört. "Es ist ein Hohn, wenn ein Spielertrainer wie Alexander Musumeci noch in seinem Vorwort für das SFD-Sportplatzheftle für Fairplay plädiert und dann auf dem Platz so eine üble Tätlichkeit hinter dem Rücken des Schiris begeht." Von Dettinger Seite hieß es offiziell, die Spieler seien "mit den Köpfen aneinander geraten", wie es Sportfreunde-Sprecher Wolfgang Mutzbauer formulierte. Kneile: "Wenn sich bei uns ein Spielertrainer so daneben benehmen würde, hätte das vereinsintere Konsequenzen zur Folge."

Schock für den TSV Weilheim: In der Partie beim TSV Oberlenningen verletzte sich Stammspieler Kai Sigel. Der Weilheimer ging nach einem Getümmel im Strafraum mit herausgesprungener Kniescheibe zu Boden. Auch Oberlenningens Trainer Alexander Kuhnt war geschockt. "Die Scheibe war nicht mehr dort, wo sie vorher war." Sigel wurde ins Krankenhaus transportiert und von dort kam am späten Abend noch eine Teilentwarnung. Zwar hatte das Herausspringen der Knieschiebe einen Kapselriss zur Folge, der befürchtete Bruch des Scheinbeinkopfes und mögliche Bänderrisse wurde durch die ärztlichen Checks allerdings nicht bestätigt. "Kai ist noch gestern Abend aus dem Krankenhaus entlassen worden, trägt eine Schiene am verletzten Bein und wird mindestens sechs bis acht Wochen ausfallen", berichtete Weilheims Sprecher Günther Friess.

Es war nicht die Woche des B-Ligisten TV Unterlenningen. Am vergangenen Donnerstag setzte es eine denkwürdige 1:12-Klatsche im Bezirkspokal gegen den TSV Weilheim, gestern gab es die nächste Packung mit einem 1:9 beim VfL Kirchheim II. Die Nachricht vom neurlichen Desaster erreichte Rudi Cserny, mit Peter Hezeli zusammen Trainer des B-Ligisten, gestern Abend mitten im Stau auf einer Kreuzung in Warschau. "Ich bekam die Message per SMS", so Cserny, der sich bei einer Familienfeier in Polen befand. "Wir müssen uns dringend in dieser Woche mit der Mannschaft zusammensetzen und Ursachenforschung für diese hohen Niederlagen betreiben", so Csernys Ankündigung aus Polen.