Lokales

Kosten beeinträchtigen Haushalte der Kirche

Andernorts ist die Verhüllung eines markanten Gebäudes ein medienwirksames Spektakel. In Kirchheim ist die Enthüllung des Dekanatamtes im Herzen der Kirchheimer Innenstadt ein eher im Stillen vollzogener Schlusspunkt einer über mehr als ein Jahr andauernden Sanierung.

KIRCHHEIM Für die einen insbesondere für die Besucherinnen und Besucher der historischen Innenstadt ist es eine gelungene Fachwerksanierung, für Bewohner und Mitarbeiter des Hauses bedeutet der Abbau des Gerüsts auch das ersehnte Ende von Lärm, Staub, mangelhafter Belüftung und einem fehlenden Blick nach draußen.

Anzeige

Auf Grund der ausfallenden Putzteile in den Gefachen und morscher Holzbalken im Fachwerk, musste an der Außenfassade des Dekanatamtes eine grundlegende Sanierung durchgeführt werden. Waren anfangs eher denkmalschützerische Gesichtspunkte ein Hindernis, so hat gegen Ende der Maßnahme der lange Winter eine frühzeitigere Fertigstellung verhindert. Während der Baumaßnahme wurde zudem auch noch mit dem Hausschwamm ein Pilzbefall festgestellt, welcher kurzfristige Eingriffe sowohl im Wohn- als auch im Amtsbereich des altehrwürdigen Gebäudes notwendig machte.

Insgesamt 508 000 Euro musste die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Kirchheim für die Sanierungsmaßnahme bereit stellen. Eine Kostensumme, welche die finanziellen Möglichkeiten völlig sprengte. So blieb den Verantwortlichen der Gesamtkirchengemeinde kein anderer Weg, als 170 000 Euro über eine Kreditaufnahme zu finanzieren.

Die Folgelasten werden so künftige Haushalte erheblich belasten und Möglichkeiten in der Gemeindearbeit einschränken. "Leider hat sich trotz der hohen Investitionen im Inneren des Gebäudes keine ablauf- und betriebsorganisatorische Verbesserung ergeben", so das Fazit von Kirchenpfleger Bernd Kemmner.

Tröstlich dabei ist, dass eines der schönsten Fotomotive von Kirchheim nun wieder frei ist: der Blick vom Widerholtplatz auf das Ensemble von Dekanatsamt und Chor der Martinskirche.

pm