Lokales

Kosten sind explodiert

Für heiße Diskussionen sorgte in jüngster Lenninger Gemeinderatssitzung der zunächst wenig spektakulär klingende Tagesordnungspunkt "Vergaben zum Bau des Ganztagsschulbereichs am Bildungszentrum Oberlenningen". Die Kosten für einige Gewerke sind wesentlich höher als zunächst angenommen.

BIANCA LÜTZ

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LENNINGEN "Wie konnten die Kosten so explodieren?" fragte Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht angesichts rund 180 000 Euro an Mehrkosten und bat Architekt Karl-Albrecht Einselen und Jürgen Hägele, Fachingenieur für Haustechnik vom Büro gecon, um Stellungnahme.

Das Büro gecon hatte die Planung der Technik im Ganztagsschulbereich erst 2005, also ein Jahr nach der ersten Kostenschätzung seines Vorgängers, übernommen. "Die Gesamtkosten vor zwei Jahren wurden auf 1,65 Millionen geschätzt", erinnerte sich Architekt Einselen. Inbegriffen waren unter anderem Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektrotechnik und die Kücheneinrichtung. Mittlerweile belaufen sich die geschätzten Kosten für die Vergabe der Arbeiten auf 1,82 Millionen Euro.

Einig wurden sich Gemeinderat und Planer über die Ursachen für die Mehrkosten nicht. "In den vergangenen Jahren gab es eine Preissteigerung von zwei bis drei Prozent", führte Architekt Einselen an. Einen großen Posten macht auch die erst jetzt aufgenommene Heizung mit "Messen-Steuern-Regeln"-Technik aus, die Mehrkosten in Höhe von 38 500 Euro verursacht. Ähnlich verhält es sich mit einer Hygiene-Decke, die zunächst nicht geplant war und 31 000 Euro kostet.

Auch wenn Bürgermeister Michael Schlecht die gestiegenen Kosten nicht guthieß, so wollte er dennoch "nicht auf wichtige Dinge verzichten". Bei einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat den Vergaben schließlich zu:

Eine Lenninger Firma erhält den Zuschlag bei der Heizungstechnik zu 116 000 Euro, ein Weilheimer Unternehmen soll sich für 23 000 Euro um die Lüftungstechnik kümmern, die Sanitärtechnik zu 62 000 Euro geht wiederum an die Lenninger Firma. Mit der Elektroinstallation, die sich auf 126 000 Euro beläuft, wird ein Süßener Unternehmen beauftragt, und bei der Kücheneinrichtung erhält eine Göppinger Firma den Auftrag zu 170 000 Euro.