Lokales

Kosten um ein Drittel gesenkt

Ja zum Provisorium für Kleinkindgruppe in Nabern für 72 000 Euro

Naberns neue Kindergartengruppe wird nicht im Regen stehen gelassen. Einstimmig stimmte der Kirchheimer Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung zu, den Nachwuchs vorübergehend in Containern direkt beim bestehenden Kindergarten einzuquartieren. Die Kosten dafür konnten dank neuerlichen Streichungen um ein Drittel reduziert werden.

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Irene Strifler

Kirchheim. Knapp 72 000 Euro wird das Provisorium für ein Jahr nun kosten. Immerhin deutlich weniger als die noch vor einer Woche im Technischen Ausschuss in Aussicht gestellten 108 000 Euro. Erreicht wurde die Einsparung vor allem durch den Verzicht auf den Sanitärcontainer. Stattdessen soll nun die behelfsmäßige Unterbringung direkt an den bestehenden Kindergarten herangerückt werden. Trockenen Fußes können vom Container aus die Toiletten im Haus erreicht werden.

Quer durch alle Fraktionen wurde die Kostensenkung gelobt. Dr. Silvia Oberhauser von der Frauenliste bezeichnete die Lösung sogar als nicht nur wirtschaftlich, sondern auch pädagogisch besser, aufgrund der räumlichen Nähe aller Kinder.

Naberner Stadträte verteidigten die Vorgehensweise vor Ort. So erinnerte CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Kapp daran, dass man in Nabern bis vor einem Monat noch davon ausgegangen war, die Kleinkinder im Schulgebäude unterbringen zu können. Erst der neue Klassenteiler habe diese Pläne schlagartig zunichte gemacht. SPD-Mann Gerwin Harand betonte, dass auch der Ortschaftsrat eine ganze Reihe von Alternativen durchdacht hätte, ehe er sich für die nicht gerade günstige Containerlösung aussprach.

Dass die abgespeckte Containerlösung die beste sei, angesichts des Zeitdrucks ohnehin, daran zweifelte nun niemand mehr. Dennoch reute viele Räte offenkundig die Ausgabe von 72 000 Euro für ein einjähriges Provisorium. „Das sind monatlich 6 000 Euro“, rechnete CDU-Mann Mathias Waggershauser vor und schlussfolgerte, dass man für ein Drittel der Summe ein schönes Einfamilienhäusle übergangsweise bekommen hätte. Ralf Gerber von den Freien Wählern stellte noch weitergehende Überlegungen an. Jeder U3-Platz in Nabern koste 500 Euro, inklusive Personalkosten sogar fast 700 Euro im Monat. Gäbe man nur 400 davon an die Familien weiter, die dort ihre Kinder unterbringen wollten, strebe der Bedarf an Plätzen schlagartig gegen null, so die Prophezeiung des vierfachen Familienvaters. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker wies kurz auf den ganz wesentlichen Aspekt der Förderung von Kindern in Betreuungseinrichtungen hin, enthielt sich aber weiterer Kommentare ebenso wie Vertreter anderer Fraktionen, die kurz mit einem Raunen reagiert hatten. – Schließlich drängte die Zeit, denn der Anpfiff fürs Ghanaspiel nahte.