Lokales

Kraftvolle Trommelrhythmen

Taikokonzert der Trommelformation Warakukai-shou in der Kirchheimer Stadthalle

Kirchheim. Die Trommelformation Warakukai-shou unter der Leitung von Noboru Tanaka präsentierte den Kirchheimern ein mitreißendes Taikokonzert: Klanggewaltige Trommelrhythmen voll archaischer Kraft,

Gabriele Rolfs

gepaart mit eindrucksvoller Choreografie, ließen das Konzert in der Stadthalle zu einem Erlebnis für die Sinne werden.

Jahrhundertelang wurde die Taiko-Trommel in Japan für die Nachrichtenübermittlung im Krieg und bei religiösen Anlässen eingesetzt, wobei immer nur ein einzelner Trommler zum Einsatz kam. Erst in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden größere Trommelformationen.

Die Trommelgruppe Warakukai-shou wurde 1996 unter der Leitung von Tanaka Naboru gegründet und tritt international auf. Die Mitglieder der Gruppe stammen nicht nur aus Japan, sondern zum Teil auch aus der Kirchheimer Region.

Zur Aufführung kamen beim Kirchheimer Taikokonzert unterschiedliche Werke Tanaka Naborus. Zu Beginn spielte der Künstler auf der Tsugaru Shamisen. Diese Shamisen

Ergänzt durch die Eleganz und Mystik japanischen Gesangs

– ein der Gitarre oder eher noch der Sitar ähnliches Instrument – ist mit drei Saiten bespannt und wird mit einem ginkoblatt-ähnlichen Plektrum aus Schildplatt geschlagen. Der kernige Klang mit leichter Schärfe wurde von Taikos begleitet und kontrastreich durch die Eleganz und Mystik japanischen Gesangs ergänzt.

Im Lauf des Abends kamen dann alle vier Taikotrommeln zum Einsatz: Die kleine Shimedaiko mit ihrem hellen, durchdringenden Klang, die halbe Trommel Hiradaiko, die mittelgroße Nagadaiko und die eindrucksvolle große Trommel, die Odaiko. Klanggewaltig, eindringlich, drohend und doch zugleich weich ertönte die große Odaiko und übertrug die Trommelschwingungen gemeinsam mit den kleineren Trommeln in den ganzen Raum, sodass die Rhythmen jeden Zuhörer packten.

Beim Stück „Matsuri“, das den japanischen Volksfestcharakter wiedergibt, wecken springende Rhythmen Festfreude – auch bei den Zuhörern. Bei „Matoi“ werden die Trommeln schräg gestellt und müssen von der Seite geschlagen werden. Das Tempo nimmt zu, die Körperspannung der Trommler wächst und die Intensität der Darbietung ist enorm. Diszipliniert, kraftvoll und einheitlich wird bei höchster Konzentration musiziert, bis die Spannung sich gegen Ende wieder auflöst. „Tenkuu“ heißt Himmelsgewölbe. Solistisch begonnen, weitet sich das Stück langsam, bis es – unterstützt durch choreografische Formationselemente – Weite und Raum zu füllen scheint.

Erfüllt von Klang und Kraft der Trommeln waren auch die Zuhörer, durch Rhythmus und Dynamik in den Bann der östlichen Klangwelt gezogen. Eine packende Zugabe verlängerte ihren Ausflug in die machtvolle Welt des Taikotrommelns.

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