Lokales

Kreativer Kampf gegen die Langeweile

Vladislava und Christof Altmann spielten das Stück „Die Teufelsfalle oder: Prinzessin Unzufrieda und der tapfere Hans“

Kirchheim. Einen ganz besonders interessanten und ungewöhnlichen Schultag verbrachten gestern Vormittag fast rund 200 Schulkinder aus Bissingen, Dettingen, Nabern und

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Notzingen und nutzten den Besuch einer Theateraufführung in der Naberner Zehntscheuer gleich noch zu einem von der Sonne begleiteten Wandertag oder einem Spielplatzbesuch.

Erwartungsvoll verteilten sie sich bei den zwei angebotenen Terminen auf die Sitzreihen der Naberner Zehntscheuer, wobei die schnellsten Wanderer aus Bissingen wegen der großen Besucherzahl auf die Empore durften, von wo aus sie einen ganz besonders guten Überblick hatten und den sich hinter den Kulissen vorbereitenden Teufel immer schon viel früher sahen als ihre Mitschüler direkt vor der Bühnenrampe. Auch die wussten rasch, wann der schreckliche Teufel das nächste Mahl auf der Bühne erscheinen wird, denn fast wie bei Altmeister Alfred Hitchcocks „Psycho“ wurde auch bei dem mitreißenden Kinderstück drohende Gefahr in schrille Töne umgesetzt, um die Spannung noch mehr zu steigern. Auch die Wohlfühlmomente wurden mit genau auf den Punkt selbst komponierter Entspannungsmusik kongenial musikalisch „beschallt“.

Die für die Wirkung des Dargestellten ungemein wichtige Einspielmusik wurde aber sehr sparsam eingesetzt, denn die beiden Akteure standen viel lieber gleichzeitig auf der Bühne, um die Kinder gut zu unterhalten, mit ihnen gemeinsam zu singen, ihnen etwas zu erzählen und ihnen dabei mit viel pädagogischem Geschick etwas beizubringen, ohne ihnen je das Gefühl zu geben, dass sie jetzt etwas lernen „müssen“ und zu guter Letzt womöglich auch noch eine Hausaufgabe bekommen.

Zu Gast waren Vladislava und Christof Altmann vom Kommunalen Kontakttheater KKT in Stuttgart und dass sie ihr Publikum von Anfang an in ihren Bann ziehen konnten, war nicht zu übersehen. Nachdem Hermann Grünberg als „Hausherr“ im Namen des Bürgervereins Nabern die vielen Besucher der beiden Vorführungen begrüßt und auf die Theateraufführung eingestimmt hatte, kamen Vladislava und Christof Altmann in Bänkelsängermanier auf die Bühne, damit die Besucher sich vorab schon einen Reim davon machen konnten, worum es in der Geschichte „Die Teufelsfalle oder: Prinzessin Unzufrieda und der tapfere Hans“ gehen wird.

Mit „Prinzessin Unzufrieda“, die von einer liebevoll selbst gebastelten Puppe dargestellt wurde, die größer war als alle Schülerinnen und Schüler, lernten sie auch gleich den Hofnarren kennen, der – von Vladislava Altmann gespielt – eher das Format der die zwei Schülergruppen begleitenden Lehrerinnen hatte.

Der König und die Königin, die sich nie Zeit nahmen für ihre gelangweilte Prinzessin, die dadurch höchst empfänglich war für die verführerischen Verlockungen des schrecklichen Teufels, wurden von zwei bemalten Pappschablonen dargestellt und zeichneten sich hauptsächlich dadurch aus, dass sie immer dasselbe und vor allem aneinander vorbei redeten oder aber stritten.

Ein besonders „runder Charakter“ war der fette Franz, der alles in sich hineinstopfe, was sich nicht mehr bewegte, während sein Bruder, der helle Hans, die billigen Tricks des Teufels durchschaute und den trickreichen Teufel mithilfe der mitfiebernden und ihm helfenden Kinder ganz leicht ausspielen konnte.

Auch die gelungene Darbietung arbeitete mit vielen Tricks und zeigte, was zwei Menschen mit viel Ideen und entsprechend gut entwickeltem handwerklichem, schauspielerischem und musikalischem Geschick mit vergleichsweise einfachen Mitteln auf die Bühne stellen und begeistern können, ohne dabei auf aufwendige Computertechnik und andere Hilfsmittel angewiesen zu sein.