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Kreis hofft auf großes Herz und offene Börse

Trotz Haushaltssperre und klammen Kassen ist das Krankenhausbauprogramm des Landes laut Sozialminister Renner nicht in Gefahr: "Wir werden sie unterstützen", versicherte er Kreisverantwortlichen und Krankenhausmitarbeitern gestern in Nürtingen "nur" auf die Zahlen müsse man sich noch einigen. Dabei gehe es nun mal zu wie auf dem orientalischen Basar.

IRENE STRIFLER

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NÜRTINGEN / KIRCHHEIM Das Feilschen um Zuschüsse ist längst in vollem Gange. Schließlich will der Kreis im Klinikum Kirchheim-Nürtingen insgesamt 120 Millionen Euro investieren und speziell das aufwendige Bauvorhaben Krankenhausneubau in Nürtingen baldmöglichst auf den Weg bringen. Ins Landeskrankenhausprogramm 2005 ist das Vorhaben aufgenommen. Jetzt hoffen die Kreisverantwortlichen auf "ein großes Herz und einen offenen Geldbeutel", wie Landrat Heinz Eininger augenzwinkernd betonte.

Der Kreischef skizzierte kurz die Krankenhauslandschaft im Kreis, der an vier Klinikstandorten 1166 Betten vorhält und 2400 Menschen Arbeit bietet. Gemeinsam mit Architekt Sommer rückte er die baulichen Eckpfeiler des neuen Klinikums Kirchheim-Nürtingen in den Mittelpunkt. "Hinter uns liegt ein nervenzehrender Prozess" verhehlte er nicht die Schwierigkeiten bei der Verschmelzung der Häuser, die im Januar mit Gründung des Gesamtklinikums ihren organisatorischen Abschluss fand. Dank unterschiedlicher Schwerpunkte solle das hohe Niveau in der medizinischen Versorgung gehalten, aber teuren Doppelstrukturen entgegengearbeitet werden.

"Ihre Planungen waren Herkulesarbeit", zollte der frisch gebackene Sozialminister der Umstrukturierung Respekt. Er ließ keinen Zweifel da-ran, dass gerade dieser nicht unumstrittenen Planung die angekündigte Finanzspritze zu verdanken sei: "Eine Förderzusage kriegt nur der, der strukturell eine neue Linie findet", betonte Renner und bescheinigte dem Kreis, "die Zeichen der Zeit erkannt" zu haben. Wie opulent die Gabe aus der Landeskasse ausfällt, darauf ließ sich der Minister allerdings nicht festnageln, da nutzten auch die Nachfragen der auf Planungssicherheit angewiesenen Kreisräte nichts. So blieb es denn angesichts dem mehrfach von Landrat Eininger eingeforderten Entgegenkommen beim vertrauensvollen Versprechen, ganz gewiss einen allseits tragfähigen Kompromiss zu finden.

Vertieft wurde dagegen die Diskussion über die Krankenhausorganisation. Renner schätzte die Schwerpunktbildung in Kirchheim mit Psychiatrie und einer auf Kardiologie und Schlaganfallversorgung ausgerichteten Inneren Abteilung als tragfähig ein und nahm anerkennend den politischen Beschluss zur Einrichtung des Linksherzkathetermess-platzes zur Kenntnis.

Nach einem Blick aufs Baugelände war das ohnehin schon durch den Pfingstverkehr zusammengeschrumpfte Zeitkontingent des Ministers erschöpft. In Kirchheim wartete der nächste Termin: Hier trug sich Andreas Renner ins Goldene Buch ein.