Lokales

Kreis schwebt „Leuchtturmprojekt“ vor

Naturschutzzentrum Schopflocher Alb präsentiert erneut Jahresprogramm mit Biosphärengebiet als Schwerpunkt

Das zweite Jahr in Folge ist das künftige Biosphärengebiet das beherrschende Thema im Programm des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb.

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ANKE KIRSAMMER

Lenningen. „Wir rechnen damit, dass wir das UNESCO-Label im Oktober oder November bekommen“, sagte Landrats-Vize Matthias Berg gestern in einem Pressegespräch im Naturschutzzentrum. Er ist optimistisch, dass sich auch für die noch strittigen Punkte in Sachen Jagd und Wanderwege Lösungen finden werden. Was Berg hoffnungsvoll stimmt, sind zwei Besuche von Vertretern des Men and Biospere-Komitees, die das insgesamt 83 000 Hektar umfassende Gebiet für die Ausweisung für besonders geeignet hielten. Mit einem Plus von 14 Prozent gegen­über den Besucherzahlen in den Vorjahren übte die dezentrale Anlaufstelle zwischen Schopfloch und Ochsenwang 2007 auch ohne Label regelrechte Sogwirkung auf die Menschen aus. „Wir müssen das Nordportal noch kenntlich machen“, so Berg. Mit der optischen Ausgestaltung – eine weitere Infostelle soll beispielsweise im Freilichtmuseum des Landkreises in Beuren eingerichtet werden – beschäftigt sich derzeit eine Arbeitsgruppe.

Wie Berg verdeutlichte, geht es dabei beileibe nicht nur um Make-up an dem in die Jahre gekommenen Naturschutzzentrum. Vielmehr brennen dem Landkreis ein undichtes Dach und eine nicht mehr intakte Heizung auf den Nägeln. Berg schwebt ein „ökologisches Leuchtturmprojekt“ in punkto Gebäude­managament vor. Ob Solarenergie, Holzhackschnitzelheizanlage oder Erdwärme – die Form der künftigen Energiegewinnung sei derzeit noch völlig offen, so der Erste Landesbeamte, der auch laut über eine eventuelle Vergrößerung beziehungsweise Attraktivitätssteigerung des Naturschutzzentrums nachdachte. „Wir streben an, die anstehenden Sanierungen ebenfalls in das Antragsgebilde reinzubekommen“, sagte Berg.

Neben Broschüren, Faltblättern und Kartenmaterial bietet das Naturschutzzentrum auch dieses Jahr wieder Busexkursionen und naturkundliche Führungen sowie eine Radtour zum ehemaligen Truppenübungsplatz, dem „Herz“ des künftigen ­UNESCO-Gebiets an. Geplant ist zudem erstmals ein internationales Workcamp sowie ein Naturschutztag im Biosphärengbiet, der in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen auf die Beine gestellt wird. Ganz im Zeichen des künftigen Reservats stehen auch der Bauernmarkt am 14. September sowie die Sonderausstellung „Landschaft im Wandel – die Alb zwischen Natur- und Kulturlandschaft“, die vom 6. Juni bis zum 21. September im Naturschutzzentrum zu sehen sein wird.

Den Reigen der Sonderausstellungen eröffnet im Übrigen am kommenden Sonntag, 2. März, die Schau „Wildbienen, Hummeln und Hornissen“. Schautafeln stellen die oft ungeliebten und zu Unrecht gefürchteten Vertreter der heimischen Insektenwelt vor und geben einen Einblick in ihre Lebensweise. Eine umfassende Sammlung an Nisthilfen, meist mit unterschiedlich großen Löchern versehene Hartholzscheiben, runden die Ausstellung ab. Wer möchte, kann während des Rundgangs auch selbst zum Bohrer greifen. Erarbeitet wurde die Schau, die bis zum 1. Juni besucht werden kann, von der Arbeitsgruppe „Projekt Wildbienenschutz“ Rottenburg. Initiator und „Kopf der Ausstellung“, Meinrad Lohmüller, wird am kommenden Sonntag sowie am Sonntag, 6. April, im Naturschutzzentrum jeweils um 14 Uhr einen Vortrag zum Thema „Förderung von Wildbienen im Garten“ halten. Eine weitere, am 28. September beginnende, Sonderausstellung wirbt unter dem Titel „Der Luchs – Rückkehr auf leisen Pfoten“ um Akzeptanz für den einst ausgerotteten Jäger.

Auf 72 Seiten weist das Programmheft des Naturschutzzentrums auf 132 Einzelveranstaltungen hin. Dazu gehören Führungen zum Naturschutzgebiet Randecker Maar ebenso wie zum Schopflocher Moor, zum Teckberg während der Obstbaumblüte, zu den Gutenberger Höhlen und zur Limburg. Als ein „Highlight“ unter anderen stellte der Geschäftsführer des Naturschutzzentrums, Dr. Wolfgang Wohnhas, das bundesweite Naturerlebniswochenende am 17. und 18. Mai heraus. Mit einer Wanderung am Teckberg sowie einer Führung durch den Steinbruch am Naturschutzzentrum unter dem Titel „Wo sich Fuchs und Hase ,gute Nacht‘ sagen“, will das Naturschutzzentrum mit seinem Beitrag vorrangig Familien mit Kindern ansprechen. Ebenfalls als Familientag ist die Veranstaltung mit der Märchenerzählerin Sigrid Früh am 20. Juli konzipiert. Workshops, ein umfangreiches Sommerferienprogramm, Führungen für Schulklassen sowie Seminare für Fachleute runden das Angebot ab.

Das Jahresprogramm liegt in den Kreisen Esslingen und Göppingen in allen Rathäusern aus und ist unter www.naturschutzzentren-bw.de abrufbar.