Lokales

Kreisbau rüstet sich für die Zukunft

Mitgliederversammlung: Genossenschaft investiert in altersgerechte Wohnungen und erneuerbare Energien

Der Kreisbaugenossenschaft geht es gut, trotz Wirtschaftskrise. Bei der Mitgliederversammlung in der Kirchheimer Stadthalle legten die Vorstände die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres vor, präsentierten neue Projekte und berichteten darüber, wie sie den Wohnungsbestand fit für die Zukunft machen wollen.

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Antje Dörr

Kirchheim. „Gutes Wohnen ist ein existenzielles Gut“, sagte Vorstandssprecher Bernd Weiler bei der Mitgliederversammlung der Kreisbaugenossenschaft. Das will der Verband, der allein in Kirchheim über 1 000 Wohnungen verwaltet, seinen Mitgliedern auch weiterhin bieten. Viele Argumente sprechen aus Vorstandssicht für die Kreisbaugenossenschaft. Zum einen sind das preisgünstige Wohnungen. Die durchschnittliche Miete liegt bei 5,07 Euro pro Quadratmeter, während Haus und Grund für Wohnungen in Kirchheim und Umgebung einen Quadratmeterpreis zwischen 5,50 und 8,50 Euro errechnet hat. Die Nachfrage nach Genossenschaftswohnungen übersteigt das Angebot dementsprechend bei Weitem. „Leider konnten nur 89 von 889 Bewerbungen berücksichtigt werden“, sagte Bernd Weiler.

Das Durchschnittsalter der Mitglieder der Kreisbaugenossenschaft liegt aktuell bei 59 Jahren. Daran wird deutlich, dass sich der Verband zunehmend auf die Bedürfnisse seiner Mitglieder im Alter einstellen muss. „Durch Kooperationsverträge mit sozialen Diensten und eine Notruf-Bereitschaft für Handwerker wollen wir dafür sorgen, dass Sie so lange wie möglich in Ihrem gewohnten Umfeld bleiben können“, sagte Bernd Weiler. Im Isolde-Kurz-Haus in Ötlingen werden alle Bäder saniert und die Badewannen durch bodenebene Duschen ersetzt. „Dort ist künftig genügend Platz für eine eventuell notwendige Hilfsperson, die bei der Körperpflege unterstützen muss“, erklärte der Technische Vorstand Georg Hörmann. Die Maßnahme kostet die Genossenschaft 1,3 Millionen Euro. Auch bei allen Neubauten oder Sanierungen lautet die Prämisse: Die Wohnungen müssen altersgerecht sein. Ziel sei es deshalb unter anderem, möglichst viele barrierefreie Wohnungen zu schaffen, Türen einzubauen, die breit genug für Rollstühle oder Rollatoren sind und bewegungsfreundliche Balkone zu konstruieren, so Georg Hörmann.

Sich fit für die Zukunft zu machen bedeutet für die Kreisbaugenossenschaft auch, seinen Wohnungsbestand energetisch zu sanieren und in erneuerbare Energien zu investieren. Im vergangenen Jahr gingen auf Dächern von Genossenschaftswohnungen drei Fotovoltaikanlagen ans Netz. Im Jahr 2010 kommen sechs weitere dazu. Außerdem wurden fünf Anlagen an Vertreter der Lokalen Agenda Arbeitsgruppe Energie in Kirchheim vermietet. „Wenn alle Anlagen installiert sind, können wir jährlich insgesamt 180 000 Kilowattstunden (kWh) Strom produzieren“, so Vorstandsprecher Bernd Weiler. Damit könnten 60 Haushalte im Jahr mit Energie versorgt werden.

Das neueste Großprojekt in Kirchheim ist der Osianderhof, der westlich des Hallenbads liegt. Dort entstehen derzeit 56 Wohnungen in fünf Häusern. Die ersten beiden Häuser sind Ende des Jahres bezugsfertig, obwohl die Bauarbeiten wegen des strengen Winters fast drei Monate auf Eis lagen. „Schon vor dem Baggerbiss haben wir die ersten Verkäufe getätigt“, zeigte sich Bernd Weiler mit dem Verlauf des Projekts zufrieden.

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat gab es keine Überraschungen. Dietmar Ederle, Marianne Gmelin und Andrea Scheffe wurden wiedergewählt. Letzter Tagesordnungspunkt war die Verabschiedung von Gerhard Schneider, der über 40 Jahre zunächst im Aufsichtsrat und später als Vorstandsmitglied für die Kreisbaugenossenschaft tätig war. Dr. Friedrich Bullinger vom Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen (vbw) überreichte ihm für sein langjähriges Engagement die Ehrenmedaille in Silber und die Ehrenurkunde des Verbands.

Umsatzerlöse: 12,2 Mio. Euro

Eigenkapitalquote: 53,77 Prozent

Bilanzgewinn: 590 000 Euro

Dividende: 85 380 Euro