Lokales

Kreisblaskonzert mit französischer Unterstützung

NÜRTINGEN Mit Bravorufen verabschiedet wurden die Musiker der Harmonie Bord du Rhin Roeschwoog beim Kreisblaskonzert des Kreisverbandes für Blasmusik in der Nürtinger Stadthalle. Das Orchester aus dem Elsass, unter der Leitung von Thierry Buchel, hatte den zweiten Teil des Konzerts gestaltet.

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Mit dem "Einzugsmarsch der Bojaren" eröffnete die Stadtkapelle unter der Leitung von Erwin Nehlich das rund zweieinhalbstündige Konzert, gefolgt vom weltweit meistgespielten Werk für Blasorchester, der "Appalachian Overture". In der nachfolgenden Komposition "Aquara - Rhythm Of The Sea" beschrieb die Stadtkapelle musikalisch das Leben unter Wasser mit Korallenriffen, Raubfischen und Walen, um im nächsten Stück ebenfalls im und am Wasser zu bleiben der Komponist Frank Tichelli beschreibt mit der alten schot-tischen Volksweise das sagenumwobene "Loch Lemond".

Modern wurde es in "Spaces Echoes", einer Komposition für Blasorchester, Klavier und Synthesizer. Solistin war Anna Fischer. Fröhliches und Spaßiges hörten die Gäste anschließend in "Eine kleine yiddische Ragmusik", einem Stück, das auch als Symbol verstanden werden will, dass Musik völkerverständigend und versöhnend wirken kann. Nach "Soul Bossanova" von Quinci Jones, folgten mit "Santana a portrait" Melodien des weltberühmten Gitarristen Carlos Santana. Der Part der Gitarre wurde vom Altsaxofon übernommen. Hier verdiente sich der Solist Jörg Hiller ein extra Lob. Seine Soli waren geprägt von einer musikalischen Intensität, die man in einem Amateurorchester selten findet.

Mit "Soul Train" und dem anschließenden wohlverdienten Beifall verabschiedete sich die Stadtkapelle Nürtingen von der Bühne. Nach der Pause hatte das Orchester aus Roeschwoog im Elsass, unweit von Rastatt, auf der Bühne Platz genommen und eröffnete mit der "Montana Fanfare" den zweiten Teil des Konzerts. Mit der "Chinese Spring Overture", die erst 1998 uraufgeführt wurde, konnten die Zuhörer unschwer das hohe musikalische Niveau der französischen Gäste hören. Beispielhaft in Intonation und Dynamik, die sich in den nachfolgenden Stücken fortsetzten, durften die Gäste einen Hörgenuss der besonderen Art erleben. Dies zeigte sich auch in der "Greek Folk Song Suite", einem Stück in drei Sätzen. Im ersten Satz ein satirisches und neckisches Lied, das die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der sich weigert zu heiraten.

Im zweiten Satz folgte eine ruhige Melodie von der Insel Kreta und schließlich im dritten Satz ein alter Gesang, der in einigen Elementen an den Sirtaki erinnert eben, ein Hörgenuss der besonderen Art. Mit der "Alpina Saga" von Thomas Doss ging die Reise weiter. In diesem Werk beschreibt der Komponist die Schönheit, aber auch die Gefahren der Berge. Amerikanisch wurde es mit "Uncle Teddy", einem Marsch von Julius Fucik, der auch den weltberühmten "Florentiner Marsch" komponierte. Im folgenden Stück "Nostradamus" wurde das Leben des wohl größten Propheten der Menschheit beschrieben, was der Komponist Otto Schwarz mit seinem Werk aufzeigt. Nach dem zarten und rührenden Stück "Irish tune from County Derry" erlebte man bei "Kongolela" wilde und leidenschaftliche Rhythmen, die auf sich wiederholenden Phrasen basierten.

Ebenso einen heißen Rhythmus hörte man beim nachfolgenden brasilianischen Samba: In "Shaker Song" wurde das südamerikanische Flair ausdrucksstark zur Geltung gebracht. Besonders der Saxofonsatz verlieh diesem Stück einen besonderen Glanz. Zum Abschluss intonierte das Orchester mit "Standard in Medley" einen Querschnitt durch die Welt des Jazz. Mit langanhaltendem Beifall und Bravorufen dankte das Publikum dem äußerst gelungenen und auf hohem Niveau stehenden Beitrag der elsässischen Musiker. Als Zugabe ertönte am Schluss dann noch der "Radetzky Marsch".

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