Lokales

Kreischef verpflichtet erstmals Lehrer

Für rund 125 Frauen und Männer ist am kommenden Montag ein ganz besonderer Tag: Sie treten erstmals ihren Dienst als Lehrer an einer der 150 Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen im Kreis an. Gestern früh vereidigte Landrat Heinz Eininger die neuen Lehrkräfte im Rahmen einer kleinen Feierstunde und nahm sie damit offiziell in den Schuldienst auf.

NICOLE MOHN

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NÜRTINGEN "Halli, hallo, jetzt geht es los", brachten es die Schüler singend auf den Punkt, als sie um 8 Uhr die neu eingestellten Lehrer zur Vereidigung in ihrer Grund- und Hauptschule in Zizishausen begrüßten. "Das ist schon mal ein Vorlauf auf das, was Sie ab Montag erwartet", kommentierte der Kreischef schmunzelnd. Von der Fröhlichkeit und Begeisterung der jungen Sänger sollten sie sich anstecken lassen, riet der Landrat seinen neuen Mitarbeitern. Denn auf die frischgebackenen Lehrkräfte warte ein schöner, aber auch ein nicht ganz einfacher Beruf. Sie sollen den Schülern solides Wissen und Methodenkompetenz vermitteln, Werte weitergeben, Vorbild sein, ihnen Orientierung "und manchmal auch Halt" bieten. Ein Beruf, der somit Chancen und Herausforderungen in mehrerlei Hinsicht biete, glaubt Eininger. Nicht nur für die, die am Montag ihren Dienst an einer der 150 Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen im Kreis antreten. "Sie kommen mit dem Blick von außen, mit dem unverstellten Blick", erhofft sich der Kreischef Impulse für die Arbeit in den Schulen, denen heute neue Freiheiten und damit Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung stünden. Viel Neues werde ab Montag auf die neuen Lehrer und Lehrerinnen einstürzen. Doch wenn auch anfangs manches fremd und ungewohnt ist: "Es lässt sich überleben", tröstete Juliane Väth von der Realschule Oberesslingen. Vor fast genau einem Jahr war sie die Neue. Nun gab sie ihre Erfahrungen verpackt in launige, aber wertvolle Tipps an die nächste Generation weiter. Zuerst solle es darum gehen, die gelernten Fähigkeiten und das Unterrichten zu professionalisieren. "Lerne Nein zu sagen", riet sie deshalb, sich nicht gleich zu Beginn neben Stundenplan zu viele Pflichten aufzuladen und auch seine Hobbys zu pflegen: "Denn es gibt ein Leben außerhalb der Schule", erinnerte sie.

Mit der Vorbereitung allerdings sei ein Lehrer nie fertig: Es gäbe immer noch was zu tun", sagt sie nach zwölf Monaten im Schuldienst. Und rät: "Sei pünktlicher, als Dir lieb ist." Nicht nur, weil man nie wissen könne, ob der Kopierer kaputt ist, sondern auch weil die Schule ein "sehr lebendiger Organismus" sei, den es sich morgens abzuhorchen lohne. Dies tunlichst allerdings nicht, ohne ein anständiges Frühstück im Bauch, um den Anforderungen der Schüler gerecht werden zu können. Ihr wichtigster Tipp an die Neulinge allerdings: Sich Zeit für Gespräche mit den Kollegen nehmen. Hier öffneten sich immense Wissensportale. Von Infos über die Klassen bis hin zum Standort des heiß umkämpften DVD-Players erfährt man so alles.

"Wir sind keine Einzelkämpfer mehr", legten Helga Willers vom Amt für Schule und Bildung und Sandra Schettke vom Personalrat den neuen Kollegen nahe. Sollten sie wirklich mal nicht weiter wissen, stünden auch sie den mit Rat und Tat zur Seite.

Mit den besten Wünschen und Urkunde, Infoblättern und Unterlagen im Gepäck entließ Eininger die frischgebackenen Lehrer in ihren neuen Lebensabschnitt. Dabei war die Vereidigung und Verpflichtung auch für den Kreischef ein besonderer Augenblick: Erstmals nach der Verwaltungsreform durfte er den neuen Lehrern den Amtseid abnehmen. Bei der Premiere stockte der vielstimmige "Chor" noch etwas. Der Kreischef nahm's mit Humor: "Man kann halt besser zusammen singen als zusammen schwätzen."