Lokales

Kriege lösen keine Konflikte

Die Vision einer friedlicheren Welt und einer gewaltfreien Lösung von Konflikten steht im Zentrum einer Ausstellung, die vom 17. Oktober bis zum 3. November im Einkaufszentrum ES zu sehen sein wird. "Frieden braucht Fachleute" heißt die Schau, die sich an alle politisch Interessierten und insbesondere an Schüler ab Klasse neun richtet. Organisiert wird zudem ein umfangreiches Begleitprogramm zum Thema.

IRIS KOCH

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ESSLINGEN Die täglichen Schreckensmeldungen etwa aus dem Irak bestätigen, was viele Friedensforscher längst erkannt haben: Kriege lösen keine Konflikte, sondern produzieren mehr Hass und Gewalt. Für eine konstruktive, zivile Bearbeitung von Konflikten will die Ausstellung des Forums Ziviler Friedensdienst werben. Nach Esslingen geholt wurde sie in Zusammenarbeit der Esslinger pax-christi-Gruppe, des Katholischen und Evangelischen Bildungswerkes und des Esslinger Friedensbündnisses.

In den 90er-Jahren sei die Idee entstanden, professionell ausgebildete "Friedensfachkräfte" einzusetzen, erläutert Franz-Josef Scholz von pax christi. Das Forum Zivile Friedensdienste rief eine viermonatige Qualifizierungsmaßnahme ins Leben, die mittlerweile durch Bundesmittel gefördert wird. Wie die "Friedensfachkräfte" international zur gewaltfreien Beilegung von Konflikten agieren, ist unter anderem in der Ausstellung dargestellt.

Dass der Friedensarbeit bisher viel zu wenig Bedeutung zugemessen werde, machte der Leiter des Katholischen Bildungswerkes Adalbert Kuhn deutlich: "Auf 1 000 Euro, die in Deutschland für militärische Zwecke ausgegeben werden, kommt nur ein Euro, der für zivile Konfliktlösung investiert wird". Entscheidend sei es, einen Ausgleich der Interessen herzustellen, anstatt die Konfliktparteien in Sieger und Besiegte zu polarisieren.

Weltweit dürfe man auch die Kluft zwischen arm und reich "nicht zu groß werden lassen", appellierte Heiner Köble vom Evangelischen Bildungswerk: "Unsere Chance liegt in der Solidarität aller Menschen dieser Erde".

Bisher habe man sich oft darauf beschränkt, gegen Kriege zu protestieren, sagte Thomas Bittner vom Friedensbündnis Esslingen: "Wir wären noch erfolgreicher, wenn wir uns dafür einsetzen, dass Kriege gar nicht erst entstehen". Die offizielle Eröffnung der Ausstellung findet am 18. Oktober um 20.15 Uhr im Obergeschoss des Einkaufszentrums ES statt. Zur Einführung spricht der internationale Korrespondent der "taz" Andreas Zumach.

Die regulären Öffnungszeiten der Ausstellung vom 17. Oktober bis 3. November sind montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr, samstags von 9 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Schulklassen sind herzlich willkommen und werden gebeten, sich beim Katholischen Bildungswerk unter der Telefonnummer 07 11 / 38 21 74 anzumelden.

BegleitprogrammAm 20. Oktober findet um 20 Uhr in der "Denkbar" im Dick ein Frauenerzählcafé statt. Veranstalter sind die VHS und die Frauenbeauftragte Beate Latendorf. Am 21. Oktober ab 19.30 Uhr berichtet Friedensforscherin Julia Kramer vom Jugendprotest bei der UN-Atomwaffen-Konferenz in New York. Am 22. Oktober gibt es ab 17 Uhr im Kutschersaal der Stadtbücherei ein Gespräch zur Situation im Kosovo. Daran nehmen der Lyriker, Zeitungskorrespondent und gebürtige Kosovare Beqe Cufaj sowie der Botschafter der UN-Mission im Kosovo Dr. Joachim Rücker teil.

Am 26. Oktober werden ab 17 Uhr in der FH Flandernstraße (Hörsaal 5, Gebäude 1) praktische Möglichkeiten zur Friedensarbeit in Krisengebieten vorgestellt. Referent ist die Friedensfachkraft Kees Wiebering. Dieselbe Veranstaltung findet am 26. Oktober ab 19.30 Uhr im Paulussaal des Salemer Pfleghofs nochmals statt.

Am 26. Oktober berichtet ab 20 Uhr im katholischen Gemeindehaus Sankt Ulrich in Kirchheim die christliche Palästinenserin Faten Mukarker vom "Leben zwischen den Mauern". Am 30. Oktober zeigt das Kommunale Kino Esslingen ab 20 Uhr den Film "Hotel Ruanda".

Weitere Programmpunkte sind dem Flyer zu entnehmen, der bei den Bildungswerken erhältlich ist. Infos zum Projket sind auch im Internet unter www.friedenbrauchtfachleute.de zu finden.