Lokales

Kritik an Bürgermeister Ziegler

Die Fraktionen im Wendlinger Gemeinderat bezogen in der jüngsten Sitzung nicht nur klare Position zu wichtigen Projekten der Stadt. Die CDU, die Freien Wähler und das Bündnis 90/Die Grünen übten in ihren Stellungnahmen zum Haushaltsplan-Entwurf 2005 erneut deutliche Kritik an Bürgermeister Frank Ziegler.

CHRISTA ANSEL

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WENDLINGEN Alois Hafner, Fraktionsvorsitzender der CDU im Wendlinger Gemeinderat, nannte das zweite Amtsjahr von Frank Ziegler insgesamt etwas schwierig. "Wenn Sie aus diesen Erfahrungen wie angekündigt die richtigen Konsequenzen ziehen und die anstehenden großen Aufgaben mit dem dazu nötigen Elan angehen, ist mir um eine gedeihliche Zusammenarbeit nicht bang."

Alois Hafner forderte den Bürgermeister auf, den über die Verwaltung verhängten "Maulkorb-Erlass" nochmals auf seine Zweckmäßigkeit hin zu überprüfen. Ziegler habe in der Verwaltung eine absolut loyale und sehr fähige Amtsleiter-Mannschaft, die eine solche Maßnahme nicht erfordere. Schon an der Reaktion der Bürger könne Ziegler doch erkennen, dass sehr häufig doch gerade die mangelnde Kommunikation beklagt werde.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Werner Kinkelin, listete eine Reihe von nicht erledigten Hausaufgaben auf und zeigte sich enttäuscht darüber, dass der Bürgermeister bei der Einbringung des Haushaltsplan-Entwurfs Ende März nicht mehr als ein Zahlenwerk vorgelegt habe. Schon 2004 sei er doch vom Gemeinderat aufgefordert worden, zu wichtigen und richtungsweisenden Vorhaben Lösungsansätze und die dazugehörigen Kosten vorzulegen. Stadtrat Kinkelin meinte damit die Auslagerung der Sportstätten, die Unterbringung der Musikschule und des DRK sowie die Beteiligung der Nachbargemeinden an den Infrastrukturkosten der S-Bahn. "Hier sind Sie, Herr Bürgermeister, seit Monaten aufgerufen, mit den Nachbargemeinden zu verhandeln!"

Kritik übte Stadtrat Kinkelin an der Tatsache, dass vor wenigen Wochen im Rathaus Wendlingen eine Besprechung des Regionalverbandes mit den Bürgermeistern der S-Bahn-Anliegerkommunen stattgefunden und offenbar eine Einigung über die Kostenverteilung erzielt worden sei. "Auch hier haben Sie es versäumt, den Gemeinderat der Stadt Wendlingen darüber zu unterrichten." Und nicht weil der Ältestenrat es so wolle, sondern auf Grund der nicht erledigten Aufgaben der Verwaltung habe der Termin für die Klausurtagung mehrfach verschoben werden müssen.

Sorgen macht sich die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Marianne Erdrich-Sommer, um das "derzeit angeschlagene Image von Wendlingen". Es müsse jetzt erklärtes Ziel der Verwaltungsspitze sein, die Serie von "Pleiten, Pech und Pannen" zu beenden. Eine zügige und fehlerfreie Umsetzung der anvisierten Projekte könne das gute Ansehen fördern.

Die Stadträtin verwies auf die vielen guten Erfolge der Arbeit der Musikschule, das hohe Niveau der Musikvereine, die Ausstellungen des Galerievereins und die zahlreichen sportlichen Erfolge der Vereine, die allesamt zeigten, dass das bürgerschaftliche Engagement in Wendlingen stimme.

Die Kommunikation nannte Stadträtin Erdrich-Sommer den Schlüssel zu einem gedeihlichen Miteinander. Das mache im Kern die Kommune so erfolgreich und bürgernah gegen alle übergeordneten politischen Ebenen: die direkte und ehrliche Kommunikation mit den Bürgern. "Hier bitte ich Sie, Herr Bürgermeister, sich dieses Instrumentes stärker zu bedienen. Die Bürger erwarten das von Ihnen."