Lokales

Krötenwandern mit Wassergraben

Mit einer Abstimmung über die Frage, ob Schwimmbäder in diesem Bereich zulässig sein sollen oder den Kröten zuliebe lieber nicht endeten die Beratungen über den Bebauungsplanentwurf "Burgtobel-Würstlesberg". Der Satzungsbeschluss erfolgte bei acht Gegenstimmen und einer Enthaltung.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Nach dem erfolgten Satzungsbeschluss der Bebauungsplanänderung "Burgtobel-Würstlesberg" wird in den kommenden zwei Jahren eine entsprechende Umsetzung angestrebt. Vorgesehen sind in diesem Bereich vier bis sechs Bauplätze aufgeteilt in drei Gebäudeeinheiten. Die Erschließung erfolgt über eine 3,5 Meter breite als Geh-, Fahr- und Leitungsrecht ausgewiesene Privatstraße.

Neue Akteure setzen auch neue Akzente und so wurde einem aus vierwöchiger öffentlicher Auslegung mit nur wenig öffentlicher Wahrnehmung zurückgekehrten Bebauungsplan im neuen Ratsrund auch neue Nachdenklichkeit gewidmet. Die zulässige Ziegelfarbe war ein solches Thema, das gedanklich zumindest auch um die Nuancen Schwarz, Braun und Antrazit erweitert wurde.

Planenden Architekten sollte grundsätzlich nicht allzu sehr in das vor allem von ihnen selbst verstandene Handwerk hineingeredet werden, war eine andere vertretene Meinung. Dem lange verpöhnten, inzwischen aber wieder voll im Trend liegenden da technisch beherrschbaren Flachdach wurde vor allem an dieser Stelle das Wort geredet. Entsprechend begrünt könne diese wieder absolut in Mode gekommene Dachform auf dem Sektor der Regenwasserzurückhaltung zweifellos wertvolle Punkte sammeln.

Im klimatisch sensiblen Spannungsfeld einer Frischluftschneiße an aufgefüllter Mulde wurde vor allem auch noch thematisiert, wie denn mit den in diesem Revier reichlich vertretenen Kröten umzugehen ist. Natürlich modellierte Tümpel eher "Ja", steil abfallende und daher möglicherweise unfreiwillig direkt, unvermittelt und daher lebensgefährdend ins kühle Nass führende Pools eher "Nein", lautete die Grundkonstellation der abschließenden Kampfabstimmung zu diesem Thema. Zu befinden war darüber, ob in diesem grundsätzlich nicht eben kleinbürgerlichen Wohnrevier angesichts der hier sich offensichtlich ebenfalls sehr wohlfühlenden und zu nächtlichen Wanderungen neigenden Kröten private Schwimmbäder zulässig sein sollen oder doch nicht.

Eine pragmatisch vorab noch thematisierte und damit den künftigen Bademeistern ans Herz gelegte "Rollladenlösung", die den natürlichen Lebensraum der vor allem auch in diesem Teil der Stadt sehr präsenten Kröte bei Nacht nachhaltig abgrenzen kann vor den im privaten Pool nun einmal lauernden und lebensbedrohlichen Untiefen, könnte den Grundstein für den knappen Abstimmungserfolg gelegt haben. Mit 18 Fürstimmen konnten sich coole Pools jedenfalls gegen 16 Gegenstimmen knapp durchsetzen. Den Krötenpopulationen drohen damit künftig deutlich erhöhte Gefahren.