Lokales

„Kühnste Erwartungen übertroffen“

Bereits jetzt CO2-Ausstoß um knapp 19 Prozent reduziert – Ziel bis 2020: 35 Prozent

Nach einer Besichtigung des Kompostwerks in Kirchheim hat sich der Kreistagsausschuss für Technik und Umwelt gestern im Verwaltungsgebäude neben der Anlage des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) unter anderem mit dem Energiebericht 2009 des Landkreises beschäftigt. Positiv dabei: Durch das Energiemanagement konnten knapp 200 000 Euro und knapp 19 Prozent an CO2 eingespart werden.

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richard umstadt

Kirchheim. Der erstmals vom neu geschaffenen Sachgebiet Bau und Betrieb im Amt für Kreisschulen und Immobilien erstellte Energiebericht 2009 nahm elf Schulen und Kreisbehörden unter die Lupe. Dabei stellte das Amt fest, dass sich der Wärme- und Stromverbrauch gegenüber 2008 leicht erhöhte, sich jedoch im Vergleich zu 2005 weiter reduzierte. Der Grund dafür: Die Sporthallen wurden stärker ausgelastet. Dagegen wurde in den Kreisschulen und Verwaltungen erneut weniger Wasser verbraucht. Hätte der Landkreis in den letzten Jahren kein systematisches Energiemanagement entwickelt, so kämen nun Mehrkosten in Höhe von knapp 200 000 Euro auf ihn zu.

Auch einen weiteren Aspekt registrierte der Ausschuss für Umwelt und Technik erfreut: Die im Bericht genannten kreiseigenen Gebäude, da­runter auch Max-Eyth- und Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule stießen innerhalb der vergangenen fünf Jahre immer weniger CO2-Schadstoffe aus. Dadurch sei das vom Kreistag vorgegebene Klimaschutzziel, die CO2-Emission bis 2020 um 35 Prozent zu senken in greifbare Nähe gerückt. Bereits jetzt liegt die Kohlendioxid-Minderung bei knapp 19 Prozent.

„Das übertrifft unsere kühnsten Erwartungen“, freute sich Sieghart Friz, CDU, über den Bericht. Auch Marianne Gmelin, SPD, sah ihn positiv, wollte aber noch andere kreiseigene Gebäude mit einbezogen wissen. „Wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen“, appellierte Frank Otte, Freie Wähler, an das Gremium. Lediglich Jürgen Menzel, Grüne, goss etwas Wermut in den Wein. Der Bericht des Landkreises habe nicht die Qualität der Untersuchung der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), die von 2007 bis 2009 mit dem Energiemanagement im Kreis betraut war. Zu wenig Ökostrom werde bezogen und für die einzelnen Gebäude keine Ziele mehr vorgegeben. „Wir wünschen uns Bewertungen im Energiebericht. Er muss Maßnahmen aufzeigen, die noch zu ergreifen sind“, monierte Menzel. Außerdem forderte er, der Kreis solle sich am wirtschaftlich-technisch Machbaren orientieren.

An diesem Punkt bremste Landrat Heinz Eininger den Grünen. Denn der Kreisverwaltungschef hatte vor allem das in Krisenzeiten finanziell Machbare vor Augen. „Ich kann Ihnen sagen, wir werden Probleme haben, für 2011 überhaupt einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen.“ Der Landkreis müsse aus Geldmangel auch im Bereich Bauunterhaltung zurückfahren und sich auf den Umbau und die Erweiterung der Rohräckerschule konzentrieren. „Wir behalten unser Klimaschutzziel im Auge, aber mit den entsprechenden Mitteln.“ Und die werden im kommenden Jahr eher sparsam eingesetzt. Dabei handelt es sich um energetische Sanierungen der Konjunkturpaket-II-Projekte wie Dach-, Fenster- und Fassadensanierungen an der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule, der Bodelschwinghschule, der Schulsporthalle Kirchheim und an den Scheddächern der Werkstätten des Berufsschulzentrums Zell. Verstärkt will sich das Amt für Kreisschulen und Immobilien im „nichtinvestiven Bereich“ betätigen und sein Augenmerk auf eine regelmäßige Kontrolle der Objekte, auf Betriebsanweisungen und Schilder, auf fortlaufende Verbrauchs- und Kostenüberwachungen, auf die Optimierung der Steuerungs- und Regeltechnik, auf weitere Gründungen von Energie-AGs an Schulen, auf Betriebsanweisungen und gezielte Schulungen der Hausmeister legen.

In den folgenden Jahren sollen ausnahmslos alle kreiseigenen Stellen in den Energiebericht einbezogen werden.