Lokales

Künftig ein Eigentümer für Laternen

Lenningen kauft Straßenbeleuchtungsanlagen

Der Lenninger Gemeinderat machte bei der Straßenbeleuchtung „einen Knopf dran“ und beschloss einstimmig den Kauf der Laternen.

Lenningen. Zwar hat der Lenninger Gemeindrat vor geraumer Zeit den Grundsatzbeschluss gefasst, die Straßenbeleuchtungsanlagen zu erwerben, war jedoch mit der Kaufpreisbildung nicht ganz einverstanden, weshalb es nochmals zu Nachverhandlungen kam. Immerhin: Das Gemeindesäckel wird um 20 000 Euro weniger belastet.

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Dem Ergebnis vorausgegangen war eine komplizierte Ausgangslage. Es gab Verhandlungen zwischen dem Neckar-Elektrizitätsverband (NEV) als Vertreter der Kommunen und der EnBW Kommunale Beteilungen GmbH (EKB). Der Taxwert aus dem Jahr 1952 wurde dabei ebenso berücksichtigt wie die „Nutzungsdauer der Tragsysteme“ von 50 Jahren. Auch das Wort „Meistbegünstigungsklausel“ taucht auf, das eine nachträgliche Reduzierung des Kaufpreises vorsieht, sollte sich herausstellen, dass die Straßenlampen eigentlich schon im Besitz der Kommune sind.

In Lenningen gibt es bislang mehrere Eigentümer der Laternen. Während sie in Brucken, Unterlenningen und Gutenberg seit jeher Gemeindeeigentum sind, gehört das Netz in Oberlenningen, Schlattstall und Hochwang der Firma Scheufelen. Weil Lenningen sie kaufen will, kommt jetzt noch der Komi-Wert hinzu – die Kombination von Sachzeit- und Taxwert. Dank dieses Werts reduziert sich der Kaufpreis um 20 000 auf jetzt knapp 450 000 Euro in allen Ortsteilen.

„Wir haben auch einen Sachverständigen eingeschaltet, um den Zustand der Leuchten zu überprüfen“, erklärte Kämmerer Rudolf Mayer. Schließlich wolle die Gemeinde eine mängelfreie und verkehrssichere Anlage übernehmen. „Einige Punkte müssen noch nachgebessert werden, große Mängel sind nicht vorhanden“, informierte er den Gemeinderat.

Gerade die Übergabe einer ordnungsgemäßen Anlage liegt den Gemeinderäten am Herzen. „Wir werden die eine oder andere Überraschung erleben“, warnt Bürgermeister Michael Schlecht vor allzu großen Erwartungen und gab zu bedenken, dass Lenningen nicht freiwillig diese Investition tätigt. „Das ist die Forderung des Gesetzgebers“, stellte er klar. Ferner erinnerte er daran, dass die Verhandlungen Lenningen Vorteile gebracht haben. „Die erste Version sah Kosten von rund 630 000 Euro vor, jetzt müssen wir 450 000 Euro in die Hand nehmen“, so Michael Schlecht. Seinem Wunsch „einen Knopf an die Sache zu machen“, kam der Gemeinderat nach und stimmte einstimmig dem Erwerb der Straßenbeleuchtungsanlagen zu.