Lokales

Kultur und Wandern war angesagt

Die Wandergruppe des Schwäbischen Albvereins Oberlenningen reiste in diesem Jahr mit dem Bus und verbrachte vier erlebnisreiche Tage in der hessischen Rhön.

LENNINGEN In Fulda wurde die Gruppe bereits zur Führung durch Dom, Michaelskapelle und barockes Stadtviertel erwartet. Der Dom wurde von dem Architekten Johann Dientzenhofer von 1704 bis 1712 im barocken Stil erbaut und ist eines der bedeutendsten barocken Bauwerke Fuldas. Seine religiöse Bedeutung ist durch das Bonifatiusgrab, das Ziel von Wallfahrten ist, noch heute aktuell. Der Hochalter und die Domkuppel sind beeindruckende Relikte des Barocks. Die anschließend besichtigte Michaelskirche, einstige Grabeskapelle des Klosters, zählt mit ihrer noch aus karolingischer Zeit stammenden Krypta, zu den bedeutendsten mittelalterlichen Sakralbauten Deutschlands. Der Stadtrundgang führte die Gruppe zur Orangerie, dem Schlossgarten und dem Schlosshof. Vorbei ging es am heute noch existierenden Kloster Frauenberg zum alten Rathaus von Fulda.

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Am Nachmittag fuhr die Gruppe weiter nach Tann im Ulstertal. In dem idyllisch gelegenen Städtchen wurde das Renaissance-Stadttor, die zwischen 1558 und 1655 entstandene Schlossanlage der Reichsfreiherren von und zu der Tann, der Stadtbrunnen und die Stadtkirche besichtigt.

Eine Wanderführerin des Rhönclubs erwartete die Gruppe am zweiten Tag zur Wanderung auf die Milseburg. Der markanteste Berg der Rhön liegt 835 m hoch und trägt den Beinamen "Perle der Rhön". Seine Süd- bis Ostseite fällt in einem riesigen, steilen Felsee ab, was ihm auch seine bizarre Form gibt. Auf dem Gipfel befindet sich neben einer Schutzhütte des Rhönclubs eine Kapelle, die dem heiligen Gangolf geweiht ist. Leider war der Berg vom Nebel eingehüllt und man konnte die umliegenden Rhönberge und Täler nicht sehen. der Abstieg erfolgte über den steilen Felsenabhang, vorbei an Ringwallanlagen der Kelten. Auf abwechslungsreichen Wanderwegen im Land der offenen Ferne, gelangten die Wanderer zum auf der Maulkuppe gelegenen Fuldauer Haus. Nach der Mittagsrast wanderte man über die Steinwand, einem Naturklettergarten, zum Parkplatz Grabenhöfchen und fuhr zurück zum Quartier.

Am dritten Tag fuhr die Wandergruppe zur Wasserkuppe, die mit ihren 950 m die höchste Erhebung in der Rhön ist. Leider verhinderte der Nebel wieder die Sicht ins Umland. Mit dem Wanderführer des Rhönclubs machte die Gruppe eine Rundwanderung auf der weiten Hochfläche der Wasserkuppe. Vorbei ging es an ehemaligen Militäranlagen zum Fliegerdenkmal. Auch das weithin bekannte Segelfluggelände der Wasserkuppe wurde auf dem Weg zur Fuldaquelle überquert. Auf schönen Waldpfaden wanderte man zum Roten Moor, das zum Biosphärenreservat der UNESCO gehört. Auf dem Aussichtsturm konnte man das ehemalige Torfabbaugebiet, das 1987 stillgelegt und unter Naturschutz gestellt wurde, einsehen. Nach der Mittagspause im Rhönhäusle wanderte man zum Heidelstein. Nachdem sich der Nebel verzogen hatte, wurde man für die Mühe des Aufstiegs mit einer herrlichen Sicht auf die Berge der Rhön belohnt. Der Abstieg zum Parkplatz führte vorbei an einer Gedenkstätte des Rhönclubs. Über die Rhönhochstraße fuhr der Bus zurück nach Tann-Lahrbach.

Anderntags brachte der Bus die Gruppe in das Dreiländereck: Hessen, Thüringen, Bayern beeindruckte die Albvereinler sehr. Auf Schautafeln wurde die Entstehung des Hochmoores aufgezeigt, die Pflanzen- und Tierwelt dargestellt und vieles Wissenswerte erläutert. Einige Wanderer besichtigten die ehemaligen Grenzanlagen im nahe gelegenen Grenzdorf und waren ebenfalls sehr beeindruckt.

Am Nachmittag stand die Firmenbesichtigung der Rhönsprudel AG in Weyers auf dem Programm. Nach kurzer theoretischer Information wurde die Gruppe durch die Abfüllanlage geführt. Nun hieß es Abschied nehmen von der Rhön. Über die A7 Würzburg Ulm fuhr man zurück. In einer Gaststätte in Zell u. A. ließ man die erlebnisreichen Tage ausklingen.

id