Lokales

Kundgebung im Sattel

Eine Gruppe von etwa 50 Radlern stieg am vergangenen Samstag um 5.30 Uhr in der Vulkaneifel auf ihre Sportgeräte, um gegen Atomwaffen zum 61. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima zu demonstrieren. Auch zwei Notzinger hatten sich der Friedensfahrt angeschlossen.

NOTZINGEN Das frühe Warmfahren geschah auf nassen Straßen und durch Nebel. Bei Büchel wurden die Sportler, darunter auch Harald Jungfer und Reimar Krauß, von weiteren Kundgebungsteilnehmern vor dem nahen Fliegerhorst empfangen. Auf dem Stützpunkt der Bundesluftwaffe lagern US-amerikanische Atombomben.

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Landschaftlich abwechslungsreich ging's durch die Eifel ins Moseltal und auf den Hunsrück. Die erste Verpflegungsstation stellte die AG Frieden Trier in Kirn. Anschließend folgte das Feld wieder über eine längere Strecke einem Fluss, diesmal der Nahe. Vor dem nächsten "Etappenort" galt es jedoch noch einige Anstiege zu bewältigen. Am Atomwaffenstandort Ramstein wurde zur Stärkung der Kräfte ein warmes Mittagessen gereicht. Genauso wärmend und stärkend war, dass die Friedensinitiative Westpfalz wichtige Regionalpolitiker für Grußworte gewinnen konnte.

Auch das Friedensforum Neustadt an der Weinstraße ließ es sich nicht nehmen, die Durchreisenden zur Kaffee-und-Kuchen-Zeit zu bewirten. Eine örtliche Bäckerei unterstützte es dabei. Ein gewählter Vertreter der Stadt richtete Grüße aus. Die Flachetappe Rheinebene war bald erreicht und zügig durchradelt. Polizeifahrzeuge eskortierten die radelnden Kundgebungsteilnehmer die ganzen 15 Stunden. Mit Blaulicht und Martinshorn wurde so manche Kreuzung und vielbefahrene Straße kurzfristig für das "durchrasende" Feld gesperrt. Angesichts der am Abend um 18 Uhr bereits zurückgelegten Strecke von 275 Kilometer kam auch die Verpflegungsstation auf dem Marktplatz in Bretten gut an: Dort gab es sogar Live-Musik zum Empfang. Oberbürgermeister Metzger, Mitglied der "Mayors for Peace" Bürgermeister für den Frieden , richtete persönlich einen Gruß an die radelnde Kundgebung und der evangelische Pfarrer schickte das Feld mit einem Segenswunsch auf den letzten Streckenabschnitt. Dieser Rückenwind beflügelte den Trupp, was angesichts der noch zu erwartenden Steigungen hilfreich war. Die Schleife über die EUCOM, die europäische Kommandozentrale der US-Streitkräfte bei Stuttgart, wurde ausgelassen, denn die Radler wollten zum einen als Gruppe und zum andern nicht in der Nacht ins Ziel kommen. Kurz nach 21 Uhr erreichte das geschlossene Peloton nach gut 360 Kilometern und 2500 überwundenen Höhenmetern Ludwigsburg.

Die Veranstaltung wurde nach 2005 bereits zum zweiten Mal organsiert von den "Pacemakers". Diese verstehen sich als Schrittmacher für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Auch in diesem Jahr war der ehemalige Radprofi Udo Bölts Schirmherr des ungewöhnlichen Radsportereignisses.

pm

INFOWeitere Informationen gibt es im Internet unter www.pace-makers.de