Lokales

Kunst am Bau in abgespeckter Form

Kunst ein überflüssiger Luxus in Zeiten knapper Kassen? Ganz so wollten es Rat und Verwaltung in Weilheim in der jüngsten Sitzung nicht sehen. Doch soll im erweiterten Rathaus nicht geklotzt werden. Statt der Faustformel zu entsprechen, für Kunst am Bau zwei Prozent der Bausumme aufzuwenden, wird abgespeckt. Vorgesehen ist eine Beschränkung auf ein Prozent oder 50 000 Euro.

ANKE KIRSAMMER

Anzeige

WEILHEIM "Bisher haben wir Kunst am Bau nicht in der Kostenrechnung für die Rathauserweiterung vorgesehen", sagte Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer. Sich zum jetzigen Zeitpunkt über das Thema Gedanken zu machen, begründete er damit, dass es nicht nur darum gehe, Bilder aufzuhängen, sondern Werke in den Bau zu integrieren. Beispielhaft führte der Schultes den Kindergarten Bahnhofstraße mit seinen künstlerisch gestalteten Fenstern an. 100 000 Euro für Kunst am Rathauserweiterungsbau auszugeben, wie es die geltende Empfehlung staatlicher Behörden vorsieht, hielt Bauer bei der derzeitigen Kassenlage nicht für angebracht. Das sah die große Mehrheit des Ratsgremiums genauso.

Wenige Gegenstimmen gab's indes für den Vorschlag, nicht nur den städtischen Kunstetat des laufenden Jahres von 5 000 Euro in die Ausstattung des Rathauses zu stecken, sondern auch die Etats der Jahre 2005 und 2006. "Ziel muss sein, die restlichen 35 000 Euro an anderer Stelle einzusparen, um die Kosten insgesamt nicht zu erhöhen", sagte der Verwaltungschef und erntete dafür Zustimmung des Gemeinderats.

SPD-Mann Peter Werner stieß sich unter anderem an dem von Bauer vorgeschlagenen Prozedere der Auswahl der Künstler. Der Bürgermeister hatte der Überlegung des Architekten das Wort geredet, einen Kunstsachverständigen zu benennen gedacht ist an Professor Hewel von der Kunstakademie in Stuttgart , mit dem mögliche Standorte für Kunst am Bau erörtert werden sollen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse könnten dann Künstler eingeladen werden. Am Ende würde sich in einem Wettbewerb herauskristallisieren, welche Kunstschaffenden Werke für das Rathaus beisteuern. In die Entscheidungsfindung eingebunden werden soll nicht der Gemeinderat, sondern der Kunstbeirat. "Wenn Wettbewerb, dann gleich", so Werner. Damit konnte er das Gros seiner Ratskollegen allerdings nicht überzeugen.

Auch einheimischen Künstlern eine Chance einzuräumen, war das Anliegen von Gerda Schrägle. Karl Mohring unterstrich ebenfalls den regionalen Aspekt: "Die Leute sollen mit den Werken auch was anfangen können."