Lokales

Kunst und Kulinarisches

LENNINGEN "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen" auch im Schillerjahr 2005 gilt das Goethewort für das Kulturangebot des Förderkreises Schlössle. Er startet heuer in seine dritte Dekade dank

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ERIKA HILLEGAART

des Engagements seiner kleinen aktiven Kerngruppe. Unterschiedliche Personenkreise werden durch ein Angebot von einem Dutzend Veranstaltungen angesprochen. Bewährt hat sich die gute Zusammenarbeit mit der Bücherei, mit örtlichen Organisationen und Vereinen.

Mit "Bilder eines Jahres" eröffnen die Lenninger Schulen am 18. Februar die Bildergalerie im Fachwerkhaus über der Lauter. Die Kunstlehrerin Elke Gaiser ist seit zwei Jahren Bindeglied zwischen Schule und Schlössle und bringt somit Künstlerisches von Jugendlichen ins alte Haus. Christoph Bizer wird am 16. März im Unterlenninger Bürgerhaus im Bahnhof seine neuen Methoden und Ergebnisse der Burgenforschung vorstellen, die er zusammen mit Rolf Götz im Herbst 2004 publizierte. Damit ist ein Band geknüpft zum Verein "Engagierte Bürger" und das gemeinsame Anliegen gestärkt. Die Stuttgarter Bibliothekarin und Schauspielerin Helga Klaiber wird am 8. April über den Dichterjubilar Friedrich von Schiller sprechen. Ihre Abende sind seit Jahren bei Lenninger Literaturfreunden hoch geschätzt. Die Vernissage von Rainer Hoffelners Präsentation seiner neuen Arbeiten findet am 22. April statt. Auf Überraschungen ungewöhnlicher Art darf man wieder gespannt sein.

Im Sommer sind die Serenaden vor dem Schlössle in Lenningen Veranstaltungsklassiker. Der 26. Juni wird hoffentlich serenus heiter sein; ansonsten wird eine Woche später im Freien musiziert. Mit einer kulinarischen Lesung, auch im Freien, wartet Bernd Löffler Mitte Juli auf, wenn gleichzeitig die Provence mit Bildern von Ilona Hofmann-Köhnle südliches Flair in die Bibliotheksräume bringt.

Alte Spiele neu entdeckt bietet das Kinderferienprogramm des Förderkreises, dazu spannende Schlossgeschichten und musikalische Möglichkeiten durch die Mitarbeit der Musikpädagogin Vera Reinold. Der "Tag des Offenen Denkmals" ist am 11. September. Dazu wird ein Workshop zum Thema Papier angeboten . Auch hier werden die Verantwortlichen für ein vielseitiges Angebot sorgen, denn "Papier ist Papier ist Papier . . .", so machte einmal ein Werbespruch auf dieses Medium aufmerksam, das vor genau 1900 Jahren die Chinesen erfunden haben. Just in diesem Monat wird die Papierfabrik Scheufelen Oberlenningen ihr 150-jähriges Bestehen feiern und dabei auch das Museum für Papier- und Buchkunst im Schlössle mit in ihre Jubiläumsveranstaltungen einbeziehen. Eine Exkursion zu einer historischen Papiermühle ist in Planung.

Zwei weitere Ausstellungen im Herbst mit Ölgemälden des Notzinger Malers Alfred Seitz sowie Bilder und Schmuck der Kirchheimerin Kunstschaffenden Regine Schöllkopf sind im Kalender vorgemerkt. Die traditionelle Adventslesung mit Bernd Löffler wird das Jahr am 16. Dezember im Renaissancebau stimmungsvoll beschließen.

Die Ritualien einer Hauptversammlung gingen rasch und reibungslos über die Bühne. Bürgermeister Michael Schlecht entlastete und lobte den Ersten Vorsitzenden Helmut Köble und die korrekte Kassenführung von Marie-Luise Guse. Helmut Köble gab nach zweijähriger Amtszeit den Stafettenstab mit einstimmiger Unterstützung der anwesenden Mitglieder an Wolfgang Guse weiter. Helmut Köble wird weiterhin im Leitungskreis bleiben. Diese Arbeitsgruppe habe sich als eingespieltes Team bewährt mit Hanna Dietterich, Ev Dörsam, Elke Gaiser, Wolfgang Guse, Bernd Löffler und Inge Sayler.

Der Antrag, der Förderkreis Schlössle möge gemäß seiner Satzung finanziell zur Einrichtung des seit Jahren aufgeschobenen Hausmuseums beitragen, wurde angenommen. Unter denkmalpflegerischer Aufsicht sollen endlich die Grabfunde, die bei der Renovierung des Hauses 1989/92 ausgegraben wurden, sachgemäß im vorderen Gewölbekeller präsentiert werden. Beim oft und kontrovers diskutierten Thema "Oberlenninger Chronik" kam es zu keiner definitiven Aussage. Wolfgang Guse bestärkte die These, dass dieses Projekt auf eine breite Basis in der Bevölkerung gestellt werden sollte. Bürgermeister Schlecht wird Vorgespräche mit dem bewährten Autorenteam führen. Er ist sich sicher, dass bei einem Spendengrundstock von 15 000 Euro der Gemeinderat für die dritte Chronik im Lenninger Verbund grünes Licht geben kann.