Lokales

Kunst verquickt mit Wissenschaft und Wirtschaft

KIRCHHEIM Am morgigen Samstag, 1. Juli, wird um 10 Uhr im Kunstraum Kornstraße 4 mit einer offiziellen Eröffnungsveranstaltung der Beginn des zweiwöchigen Kirchheimer Rosenprojekts eingeläutet. Es handelt sich dabei um

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FLORIAN STEGMAIER

ein interdisziplinäres Kunstprojekt, bei dem künstlerische Ansätze insbesondere die Idee der Sozialen Plastik mit Fragestellungen aus Wissenschaft und Wirtschaft verknüpft werden sollen.

Kern- und Ausgangspunkt des Projekts bildet die Tätigkeit der FCE-Stiftung, die im rumänischen Siebenbürgen nach biologisch-dynamischen Grundsätzen Damaszenerrosen auf rund 150 Hektar zur Gewinnung von Rosenöl anbaut. Gemäß ihrem Auftrag versteht die Stiftung ihr Engagement als Beitrag zur Sozialentwicklung durch Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen im dortigen dörflichen Umfeld. Bis zu 100 Familien dieser Region sollen so eine sichere Einkommensperspektive erhalten.

Rosenanbau als soziale Plastik Im Spitalkeller der Volkshochschule informiert am morgigen Samstag um 20 Uhr Michael Bader mit seinem Vortrag "Rosenanbau als Soziale Plastik" über seine Tätigkeit für die FCE-Stiftung.

Unter der Leitung des Künstlers und Kunsterziehers Henning Hauke, der im Herbst letzten Jahres die Arbeit der Stiftung in Rumänien kennen gelernt und dokumentiert hat, entwickelte sich so ein facettenreiches Kunstprojekt, in dessen Rahmen vielfältige Themen angerissen werden, wobei der hohe assoziative Gehalt der Rose als einladende und verknüpfende Schnittmenge dient.

Am kommenden Mittwoch, 5. Juli, spricht ebenfalls im Spitalkeller um 19.30 Uhr Herwig Judex von der WALA-Stiftung über die "Wandlung der Substanzen" und beleuchtet damit Zusammenhänge von Natur, Wirtschaft und Kunst.

Am Freitag 7. Juli, ist ab 17 Uhr der Düsseldorfer Beuys-Schüler Johannes Stüttgen mit seinem Seminarvortrag "Rose für direkte Demokratie" zu Gast. Bereits ab 10 Uhr wird an diesem Tag außerdem der Omnibus für Direkte Demokratie im Sinn eines rollenden Informationsbüros auf dem Kirchheimer Marktplatz präsent sein, und zwar bis abends um 18 Uhr. Dieser Bus kommt auch schon am Mittwoch, 5. Juli, von 8 bis 14 Uhr auch zur Waldorfschule in der Ötlinger Fabrikstraße.

Natürlich haben sich auch zahlreiche Künstler Laurence Rogez, Hans-Joachim Hochradl und Gerd Weidenhausen seien hier nur exemplarisch aus der Gesamtheit herausgegriffen eingeklinkt und sich zum Themenkomplex Rose ihre Gedanken gemacht. Die Früchte ihrer Arbeit sind im Rahmen einer Begleitausstellung während der Dauer des Rosenprojekts bis 15. Juli im Kirchheimer Spitalkeller zu sehen. Der Eröffnungsakt findet dort am kommenden Sonntag, 2. Juli, um 11 Uhr statt.

Am Ende eines vielschichtigen Verarbeitungsvorgangs von der Rosenblüte bis zum begehrten Rosenöl steht eine Art Rosenmaische, die üblicherweise kompostiert wird. Nicht so allerdings im Iran. Dort wird die Maische in Holzformen gestrichen, an der Sonne getrocknet, wodurch dann archaisch anmutende, wohlduftende Rosenbriketts entstehen, die im Iran als Brennstoff geschätzt werden.

Rosenziegel aus Teheran Rund 1000 dieser Rosenziegel wurden über Teheran bis nach Kirchheim gebracht und unter der Leitung von Henning Hauke von Schülern kreativ bearbeitet und zum Bau mehrerer "Rosenblöcke" vorbereitet. Diese Blöcke sollen im Verlauf des Projekts durch den Verkauf der Rosenziegel Schritt um Schritt abgebaut werden. Der Erlös kommt dann der Tätigkeit der FCE-Stiftung in Rumänien zugute, konkret fließt es in die Initiative "Die Kinder von Boiu" in Zusammenarbeit mit der Stiftung "Schüler Helfen Leben", die vor zwei Jahren ins Leben gerufen werden konnte.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des umfassenden Kirchheimer Rosenprojekts können den im Kunst- raum in der Kornstraße 4 ausliegenden Broschüren sowie auch der lokalen Tagespresse entnommen werden.