Lokales

Kurze, aber heftige Magen-Darm-Infekte

Regelmäßig im Winterhalbjahr zeigt die Meldestatistik des Gesundheitsamts an, dass die Noro-Viren unterwegs sind und in großem Umfang für unliebsame Krankheitserscheinungen sorgen.

KREIS ESSLINGEN Noro-Viren gelten mittlerweile als Verursacher eines Großteils der weltweit auftretenden akuten viralen Magen-Darm-Infektionen und machen zuweilen auch einmal Schlagzeilen, wenn alle Menschen auf einem Kreuzfahrtschiffe daran erkranken. In der Häufigkeit der meldepflichtigen Gastroenteritiserreger haben sie den bekannteren Salmonellen, Campylobacter oder Rota-Viren den Rang bereits abgelaufen.

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Das Krankheitsbild ist in der Regel recht heftig und für die Erkrankung sehr typisch. Plötzliches schwallartiges Erbrechen, gefolgt von wässrigem Stuhlgang. Bauchkrämpfe und eventuell Glieder- und Muskelschmerzen sowie allgemeines Krankheitsgefühl sind ebenfalls häufiger anzutreffen.

"Dennoch hat das Übel, wenn man so will, auch etwas Gutes, denn nach bereits ein bis zwei Tagen ist der ganze Spuk meistens wieder vorbei", beschreibt der Gesundheitsdezernent des Landkreises, Dr. Walter Kontner, den charakteristischen Verlauf. Leider ist aber damit das Problem oft noch nicht gelöst. Dr. Kontner weiter: "Durch die überaus hohe Ansteckungsfähigkeit haben meist schon weitere Menschen in der Umgebung das Virus eingefangen und machen nun etwas zeitversetzt das gleiche kurze aber heftige Krankheitsbild durch." Insbesondere in Gemeinschaftsunterkünften oder -einrichtungen kann es dann zu regelrechten Häufungen kommen.

Kinder und ältere Menschen sind besonders betroffen. Wenn es auch wegen der viralen Ursache keine spezifische Therapie gibt, so sollte man dennoch, wie bei allen Durchfallserkrankungen, auf ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolyt-Zufuhr ach-ten. Ansonsten kann der Hausarzt durch eine rein symptomatische Behandlung die Beschwerden lindern.

Die Übertragung erfolgt in den allermeisten Fällen durch Schmierinfektion fäkalen Ursprungs oder durch die Luft über Aerosole, die beim heftigen Erbrechen entstehen. Seltener geschieht eine Übertragung über Lebensmittel. Dies erklärt auch die schrittweise Ausbreitung in Familien oder Gemeinschaftseinrichtungen wie Kliniken und Heimen. Gerade über Weihnachten und Neujahr waren vermehrt entsprechende Meldungen beim Gesundheitsamt eingegangen. "An Feiertagen, an denen Pflegeheime und Kliniken Besucheranstürme erleben, bleibt es nicht aus, dass auch einmal etwas mit eingeschleppt wird", führt Dr. Kontner als eine mögliche Erklärung an.

Das einzige Mittel, um die Möglichkeit einer Ansteckung zu reduzieren, ist peinlichste Hygiene auch im häuslichen Umfeld bereits bei Auftreten eines Krankheitsverdachts: Händewaschen vor dem Essen und nach der Toilette; Viruswirksames Händedesinfektionsmittel nach Umgang mit möglicherweise infizierten Ausscheidungen oder Bedarfsgegenständen; Möglichst eigene Toilette für den Patienten; Viruswirksames Flächendesinfektionsmittel im Toilettenbereich; Mund-Nase-Schutz bei Pflege eines Patienten mit Erbrechen; Einmal- oder getrennte Handtücher; Keine Gemeinschaftsseife; Bei Erkrankung oder Krankheitsverdacht Besuche in Kliniken und Pflegeheimen vermeiden.

Da die Erreger ein bis zwei Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden werden können, sollten auch noch nach der Genesung die Hygieneempfehlungen beachtet werden.

In Kindergärten, Kindertagesstätten, Alten- und Pflegeheimen, Kliniken sowie für Beschäftigte in Lebensmittelbereichen gelten besondere Regelungen beziehungsweise Verbote. Weitere Informationen: Gesundheitsamt Esslingen unter Telefon 07 11/39 02-16 00

pm