Lokales

"Kyrill": Kaum Schäden in Kirchheim

Steigende Preise, große Nachfrage auch im Wald herrscht derzeit eine gute Konjunkturlage. Das berichteten Revierförster Daniel Rittler und Oberforstrat Walter Hegelau im Finanz- und Verwaltungsausschuss zumindest für den Kirchheimer Stadtwald. Allerdings leiden einige Baumarten zunehmend unter den trockenen, heißen Sommern.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Auch wenn Revierförster Rittler beim Rückblick auf 2006 von einem "relativ normalen Jahr" sprach, in dem es keine Sturmschäden gab und in dem man den Borkenkäfer einigermaßen im Griff gehabt habe, so fällt das Betriebsergebnis doch überdurchschnittlich gut aus: Mit 50 000 Euro habe der Kirchheimer Stadtwald "den höchsten Überschuss seit ,Lothar'" erzielt. Walter Hegelau, Sachgebietsleiter Ost der Unteren Forstbehörde, erläuterte im Finanz- und Verwaltungsausschuss anhand eines kleinen Exkurses über den Holzmarkt, wie es zu diesem Überschuss kommen konnte: "Wir haben eine positive Entwicklung in allen Bereichen. Die Preise steigen durchgehend, und die Nachfrage ist zum Teil sehr stürmisch."

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Zurückzuführen sei das auf Innovationen bei Holzprodukten, auf immense Verarbeitungskapazitäten großer Werke und auf die enorme Energieholznachfrage. 42 Prozent des Einschlags im Kirchheimer Stadtwald werde als Brennholz vermarktet. "Das ist mir fast zu viel", meint Walter Hegelau, "wir sind ja kein Brennholzbetrieb, sondern wollen qualitativ hochwertiges Holz verkaufen." Eichenholz müsse bereits kontingentiert werden, die Bestände seien nicht mehr so groß. Als Ersatz habe die Esche stark aufgeholt. Problematisch seien nach wie vor Buche und Lärche, die schwer unter den Folgen von Hitze und Dürre in den vergangenen Sommern litten.

Als zusätzlichen Grund für den hohen Überschuss 2006 nannte Revierförster Rittler den geplanten Waldlehrpfad, der sich erst von 2007 an verwirklichen lasse. Im vergangenen Jahr seien deshalb weniger Ausgaben angefallen als ursprünglich vorgesehen. Lediglich das notwendige Gutachten zur Umweltverträglichkeit habe bislang Kosten verursacht. Das Gutachten liege inzwischen der Unteren Naturschutzbehörde vor. Sollten von dort keine gravierenden Einwendungen kommen, könnte der Waldlehrpfad bis 2008 eventuell auch erst Anfang 2009 fertiggestellt werden, schätzt Daniel Rittler.

Eine weitere Unwägbarkeit im Jahr 2007, für das Oberforstrat Hegelau den Bewirtschaftungsplan vorstellte, betrifft mögliche Sturmschäden: "Für 2007 haben wir mit 5 000 Festmetern einen normalen Hiebsatz geplant und rechnen mit 7 000 Euro Überschuss. Wenn keine Katastrophen eintreten, können wir aber auch mehr erwirtschaften." Als Beispiel für Katastrophen nannte er das Sturmtief "Kyrill". Landesweit seien davon nur 380 000 Festmeter betroffen gewesen, also "keine große Menge". Wenn aber das ganze Ausmaß der "Kyrill"-Schäden in Nordrhein-Westfalen oder Hessen feststehe, wobei bislang von 20 bis 30 Millionen Festmetern die Rede sei, dann könne es durchaus sein, "dass der Preis abbröckelt." In Kirchheim seien die Sturmschäden nicht problematisch, führte Daniel Rittler aus. Es habe meist nur Einzelbäume geworfen.