Lokales

Längst eine feste Größe

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens lädt das Kirchheimer Tageszentrum Betroffene, Angehörige und Interessierte auf Donnerstag, 4. November, in der Zeit von 10 bis 16 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein.

KIRCHHEIM Das eher unscheinbare Haus in der Paradiesstraße 21 in Kirchheim ist für viele Menschen seit Jahren eine wichtige Adresse, beherbergt es doch im Erdgeschoss das Tageszentrum eine Tagesstätte für psychisch kranke Menschen. 1978 erwarb der Reha-Verein zum Aufbau sozialer Psychiatrie das Haus, um Wohnraum für diesen Personenkreis zu schaffen. Und 1979 wurde im Erdgeschoss das Tageszentrum eröffnet, das mittlerweile zu einem wichtigen Baustein in der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung geworden ist.

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Drei verschiedene Bereiche werden in der Einrichtung vorgehalten: Die Tagesstätte, die als Einstieg Kontakt- und Anlaufstellenfunktion hat, um sozialer Isolation vorzubeugen. In der Regel zeigt sich, dass psychisch Erkrankte dazu neigen, sich in ihre häuslichen vier Wände zurückzuziehen, Kontakte abzubrechen und nur noch in ihrer eigenen Welt zu leben. Dem soll entgegengewirkt werden.

Daneben unterstützen die Mitarbeiterinnen Gisela John und Cordula Dold die Menschen in Krisensituationen, bieten Betreuung und begleitende Hilfen an. Von Montag bis Freitag werden im Tageszentrum sowohl Frühstück als auch ein Mittagstisch angeboten. Jeweils zwei Besucherinnen kochen unter Anleitung mit frischen Zutaten ein schmackhaftes Mittagessen.

Das zwischen Besuchern und Mitarbeiterinnen wöchentlich neu zusammengestellte Programm beinhaltet Aktivitäten im hauswirtschaftlichen, kreativen, kognitiven sowie im Freizeitbereich. Es spricht die unterschiedlichsten Fähigkeiten und Fertigkeiten der Besucherinnen und Besucher an und bietet so Hilfe zur Selbsthilfe, um mit den Anforderungen eines selbstständigen Lebens in der Gesellschaft besser zurecht zu kommen.

Seit zwei Jahren bietet die Kirchheimer Tagesstätte im hauswirtschaftlichen Bereich bis zu drei ausgelagerte Werkstattplätze an speziell für psychisch erkrankte Menschen. Damit besteht die Möglichkeit, einen beschützten Arbeitsplatz mit späterem Rentenanspruch einzunehmen.

Beim "Betreuten Einzelwohnen" werden Menschen zwischen 18 und 60 Jahren angesprochen, die auf Grund ihrer psychischen Erkrankung oder Behinderung Schwierigkeiten haben, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und die ihr Leben wieder selbstständiger gestalten wollen.

Die Mitarbeiterin Cordula Dold bietet kontinuierlich Beratung in Einzelgesprächen auch im häuslichen Umfeld des oder der Erkrankten an. Daneben gibt sie unter anderem Unterstützung im alltagspraktischen Bereich, in finanziellen und sozialhilferechtlichen Fragen, im Bereich Arbeit und Beschäftigung sowie bei der Verarbeitung der persönlichen Krankheits- und Lebensgeschichte.

Die Mitarbeiterin Gisela John betreibt für den Reha-Verein in den Räumen des Tageszentrums eine Praxis für Ergotherapie. Ergotherapie arbeitet mit handlungsorientierten und aktivierenden Verfahren, wendet dabei verschiedene Methoden an und setzt unterschiedliche Medien ein. Das Handeln kann sich sowohl auf selbstständige Lebensführung als auch auf Arbeit oder Freizeitgestaltung beziehen. Die Praxis ist von Montag bis Freitag geöffnet. Die Zulassung erstreckt sich auf alle Kassen.

pm