Lokales

Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben

Sofortige Vergabe mit einer Stimme Mehrheit im Gemeinderat

Jetzt ist es amtlich. Mit 6:5 Stimmen hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, ein Lärmschutzgutachten für den Bereich Seebachbrücke in Auftrag zu geben. Die Kosten hierfür belaufen sich laut Angebot auf rund 4000 Euro.

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Rudolf stäbler

Holzmaden. In der Sitzung des Gemeinderates im Dezember 2007 wurde der Tagesordnungspunkt „Lärmschutzmaßnahmen entlang der Autobahn“ behandelt. Der Gemeinderat zeigte sich hinsichtlich der Gegen­überstellung des Regierungspräsi­diums Stuttgart, der 1990 prognostizierten Verkehrsmengen und dem heute vorhandenen Verkehr unzufrieden. Aus Sicht des Gemeinderats war nicht ersichtlich, ob es sich bei den für das Prognosejahr 1990 genannten Zahlen um den damaligen Stand oder die damalige Prognose handelt. Nach wie vor steht so im Raum, ob nicht doch ein Prognosefehler vorliegt, aus dem sich eine Handlungspflicht für das Regierungspräsidium für weitere Lärmschutzmaßnahmen ergibt. Es war dabei auch missverständlich, dass sich der Emissionspegel rechnerisch noch im Bereich des Grenzwertes befindet.

In der Zwischenzeit hat das Regierungspräsidium nochmals deutlich festgestellt, dass ein Anspruch auf nachträgliche Lärmvorsorge aufgrund einer fehlgeschlagenen Prognose oder einer Verkehrszunahme erst besteht, wenn Änderungen spürbar sind. Hierzu müsste eine Zunahme von 3 dB(A) zu verzeichnen sein, was für Holzmaden nicht zutreffe.

Daraufhin wurde die Verwaltung vom Gemeinderat beauftragt, mindestens bei zwei Büros Angebote für ein Gutachten für die vorgesehene Lärmschutzwand bei der Seebachbrücke einzuholen. In der Zwischenzeit liegen nach den Ausführungen von Bürgermeister Riehle drei Gutachten vor. Ein Ludwigsburger Büro bringe dabei zum Ausdruck, dass bereits jetzt zu erkennen sei, dass eine etwaige Wand für die Holzmadener Bevölkerung keine spürbare Pegelminderung bringen werde. Aus Geschäftsinteresse würde jedoch ein Angebot abgegeben. Die Kosten hierfür bezifferte das Büro auf rund 4200 Euro. Die beiden anderen Angebote belaufen sich auf circa 4100 und 6000 Euro.

Bürgermeister Riehle erinnerte an die Aussage des Regierungspräsi­diums Stuttgart, dass über einen weiteren Lärmschutz nur dann gesprochen werden könne, wenn der Lärmschutzwall der Bundesbahn im Zuge der Neubaustrecke festgestellt ist. Vorher, das wurde klargestellt, ist mit einer Zustimmung seitens der Straßenbauverwaltung nicht zu rechnen. Aus diesen Gründen, so der Schultes, halte die Verwaltung eine Beauftragung eines Büros und die Ausgaben von mindestens 4000 Euro noch nicht für gerechtfertigt. Ein Gutachten sei vor dem Bau sicher notwendig, sollte aber zeitnah in Auftrag gegeben werden, da noch nicht abzusehen sei, wie sich der Verkehr weiterentwickelt. Das Gutachten würde sich so nur auf Prognosen und derzeitige Verkehrsverhältnisse stützen.

Darüber allerdings gingen die Meinungen im Gremium weit auseinander. Möglichst schnell zu handeln müsse das Ziel sein, denn von der Planung bis zur Vollendung eines Lärmschutzes würden Jahre ins Land ziehen. Schon jetzt müsse die Gemeinde mit einem Gutachten aufwarten können, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können. Erwartungsgemäß wurde es bei der Abstimmung eng. Schließlich gab es 6:5 Stimmen für die sofortige Vergabe des Gutachtens.