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Landkreis baut Plätze ab

Zurückgehende Zahlen von Asylbewerbern veranlassen den Kreis Esslingen, sich von kleinen Gemeinschaftsunterkünften mit relativ hohem Verwaltungs- und Betreuungsaufwand zu trennen.

ANKE KIRSAMMER

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KREIS ESSLINGEN Wie der Bericht über die Aufnahme von Flüchtlingen darlegt, unterhielt der Landkreis Esslingen zum Jahresende 2004 insgesamt 16 staatliche Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge mit 884 Plätzen. Derzeit wird davon ausgegangen, dass eine Kapazität von 750 Plätzen ausreichen müsste, da landesweit die Zugangszahlen abnehmen.

Um die Kosten niedrig zu halten, werden deshalb seit dem vergangenen Jahr nicht mehr benötigte Wohnheime auch mit einem hohen Erhaltungs- und Sanierungaufwand abgebaut beziehungsweise nicht weiter angemietet, darunter die Gemeinschaftsunterkunft Katzensteigle 2 in Weilheim mit 32 Plätzen. Die dort untergebrachten Asylbewerber wurden bereits im Juni auf andere Unterkünfte verteilt. Zum 31. August wird auch die 44 Plätze umfassende Gemeinschaftsunterkunft an der Gutenberger Straße in Lenningen nicht länger vom Landkreis genutzt. "Die vier 1989 und 1992 aufgestellten Gebäude dienen der Gemeinde künftig zur Obdachlosenunterbringung und für die Anschlussunterbringung von Asylbewerbern", teilte Lenningens Hauptamtsleiter Günther Kern auf Anfrage mit. Wird Asylbewerbern der Duldungsstatus zuerkannt, rücken sie nach einem Jahr in die Betreuung durch Städte und Gemeinden. Derzeit müssen die 44 Kommunen im Landkreis rund 600 geduldete Asylbewerber unterbringen.

Händeringend hatten der Esslinger Sozialdezernent Dieter Krug und seine Crew vor sechs Jahren Unterkünfte für Asylbewerber gesucht, nachdem eine als Asylbewerberheim mit über 500 Plätzen genutzte ehemalige Esslinger Kaserne aufgelöst worden war. Trotz größter Bemühungen fehlte Ende des Jahres 2001 mit 793 vorhandenen Plätzen noch immer eine Bleibe für 300 Asylbewerber. Weil sich zahlreiche Kommunen verpflichtet fühlten, dem Landkreis unter die Arme zu greifen, gelang es zwischenzeitlich, die Zahl der Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften auf 1002 zu erhöhen. Auf Grund der landesweit zurückgehenden Zugangszahlen konnte der Rückstand bis Mitte 2004 abgebaut werden.