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"Landkreis steht zu seinen Außenstellen"

"Der Landkreis steht zu seinen Außenstellen", so ließ Landrat Heinz Eininger gestern via Pressemitteilung verlautbaren. Damit wehrte er sich gegen anderslautende Nachrichten aus der "Gerüchteküche", die vor allem in Nürtingen für Gesprächsstoff sorgen.

ANKE KIRSAMMER

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KREIS ESSLINGEN "Weiteres Vorgehen bezüglich einer Erweiterung des Landratsamtes auf dem Grundstück Pulverwiesen 15 in Esslingen" relativ kurzfristig hatte die Kreisverwaltung den fünften Punkt der Kreistagssitzung in der Filderhalle in Leinfelden am vergangenen Donnerstag von der öffentlichen Tagesordnung genommen. Stattdessen wurden die Kreisräte im Anschluss hinter verschlossenen Türen über den neuesten Stand der Planung informiert. In Nürtingen wird befürchtet, dass nach Gesundheitsamt, Wirtschaftskontrolldienst und Vermessungsamt auch das Amt für Schule und Bildung sowie das Landwirtschaftsamt beide wurden im Zuge der Verwaltungsreform in den Kreis eingegliedert gen Esslingen ziehen werden. "Fakt ist, dass sich der Landkreis Esslingen seit 1996 mit der Realisierung einer Erweiterung neben dem bestehenden Landratsamt in den Pulverwiesen beschäftigt", betont Landrat Heinz Eininger. "Dieses Grundstück, auf dem das Technische Rathaus der Stadt Esslingen steht, wurde eigens für diesen Zweck erworben. Die Erweiterungsabsichten stehen in keinem Zusammenhang zu unseren Außenstellen in Filderstadt, Kirchheim und Nürtingen. Dort haben wir zum einen die publikumsträchtigen Bereiche der Kraftfahrzeugzulassung und die anderen vor Ort erforderlichen sozialen Beratungsleistungen angesiedelt, die zu keinem Zeitpunkt zur Disposition standen", erklärt der Kreisverwaltungschef weiter.

Richtig sei, dass die Verwaltung den Kreistag am 21. Juli im nichtöffentlichen Teil über Modelle einer möglichen Realisierung eines Erweiterungsbaus informierte und auch Vertreter der eingeschalteten Fachbüros vor Ort waren. Die 1996 begonnene Planung für den Neubau in Esslingen musste vor zwei Jahren an die sich abzeichnende Verwaltungsstrukturreform angepasst werden. Das dazu in Auftrag gegebene Gutachten von Mummert Consulting zur Organisation des Landratsamts Esslingen wurde in allen Details in öffentlicher Kreistagssitzung am 15. Juli 2004 behandelt. Dieses Gutachten spricht sich für eine Zentralisierung der mit der Verwaltungsreform in das Landratsamt eingegliederten Behörden aus. Weil eine sofortige Unterbringung in Esslingen nicht möglich erscheint, schlägt das Papier unter anderem für das Landwirtschaftsamt und das Schulamt Übergangslösungen in Nürtingen vor. Als längerfristige Perspektive wird darin aber die Verlagerung nach Esslingen favorisiert. Lediglich für das Forstamt und das Straßenbauamt ist eine räumliche Unterbringung in landkreiseigenen Räumlichkeiten in Kirchheim vorgesehen.

"Die Unterstellung, wir würden die nichtöffentliche Beratung suchen, um Mandatsträger an konkreten Stellungnahmen zu hindern, weise ich in aller Entschiedenheit zurück. Wir haben nichts zu verbergen", unterstreicht Heinz Eininger. "Die nichtöffentliche Beratung erfolgte, weil wir bei einer Ausschreibung des Erweiterungsbaus einen echten Wettbewerb haben wollen, den wir nicht hätten, wenn wir alle Zahlen in der Öffentlichkeit präsentieren würden."

Der Grundsatzentscheid über die Realisierung des Baus neben dem Landratsamt ist in der Kreistagssitzung am 13. Oktober vorgesehen. Handlungsbedarf besteht unter anderem, weil der Mietvertrag für das Gebäude Beblingerstraße 2 in Esslingen Ende 2008 ausläuft und nicht mehr verlängert werden kann. Dort sind derzeit das Gesundheitsamt sowie der Wirtschaftskontrolldienst untergebracht. Das Land hat für das Gebäude Eigenbedarf für die Polizeidirektion angemeldet.