Lokales

Landkreis tritt Verein Plenum bei

Enge Zusammenarbeit mit Biosphärengebiet – Förderung von Projekten möglich

In der jüngsten Sitzung des Kreis-Ausschusses für Technik und Umwelt haben die Mitglieder den Beitritt des Landkreises zum Verein Plenum Schwäbische Alb beschlossen.

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ANKE KIRSAMMER

Kreis Esslingen. Mit dem Beitritt möchte der Landkreis alle Chancen ausschöpfen, die das Biosphärengebiet Schwäbische Alb seinen Mitgliedern eröffnet. An das UNESCO-Label knüpft sich unter anderem die Hoffnung, ein Anziehungspunkt für nachhaltigen Tourismus zu werden, aber auch regionale Produkte und Dienstleistungen besser vermarkten zu können. Welche Projekte gefördert werden, entscheiden Vorstand und Beirat des Vereins. Den Kreis Esslingen sollen vier Bürgermeister als Beiratsmitglieder vertreten: Erich Hartmann aus Beuren, Rolf Kammerlander aus Neidlingen, Hermann Bauer aus Weilheim und Lenningens Rathauschef Michael Schlecht, der gleichzeitig im Vorstand sitzt. Welche Bedeutung der Besetzung dieser Gremien zukommt, wurde in der Debatte deutlich, in der SPD-Kreisrat Willfried Nobel, Nürtinger Hochschulprofessor für Ökologie mit dem Schwerpunkt Siedlungsökologie, Interesse an einer Mitgliedschaft bekundete. „Mein Anliegen ist, als fachkundiger Kreisrat das politische Gremium zu vertreten.“ Wie Landratsvize Matthias Berg betonte, brauche es noch viele frei gewählte Mitglieder im Beirat. Vertreten sein sollen zum Beispiel Naturschutz, Landwirtschaft und Jägervereinigungen.

An den Vereinsbeitritt gekoppelt ist für den Landkreis ein Mitfinanzierungsanteil für die Plenum-Geschäftsstelle – im laufenden Haushalt bedeutet das eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 9 000 Euro. Der Finanzierungsbeitrag des Landes beträgt derzeit 70 Prozent. Außerdem sind der Alb-Donau-Kreis und der Landkreis Reutlingen beteiligt. Im Kreis Reutlingen besteht das Projekt des Landes Baden-Württemberg zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt (Plenum)) seit 2001. Seitdem wurden mit 1,76 Millionen Euro 220 Projekte gefördert und Investitionen von 3,9 Millionen Euro angestoßen. Die Plenum-Geschäftsstelle akquirierte zusätzliche Fördermittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Nachdem die erste Förderphase für den Kreis Reutlingen im März endete, wird das Plenum-Projektgebiet für die nächsten fünf Jahre auf die im Biosphärengebiet liegenden Flächen ausgedehnt. Jährlich stehen mit dem Förderprogramm 240 000 Euro zur Verfügung. Die Geschäftsstelle soll beim Landratsamt Reutlingen angesiedelt bleiben. „Wir sind überzeugt, die machen das gut“, so Berg. Landrat Heinz Eininger räumte ein, der Kreis Reutlingen habe einen gewissen Vorsprung. „Alb-Donau und Esslingen müssen mit Vorhaben in die Gänge kommen, um bei der Mittelverteilung zum Zug zu kommen.“ Erste Projekte entstehen bereits im Zusammenwirken von Biosphärengebiet und Plenum: So haben Erkenbrechtsweiler, Hülben und Grabenstetten beschlossen, ein Konzept über die touristischen Chancen des Heidengrabens in Auftrag zu geben.