Lokales

Landrat schickt Auffüllplatz in "Verrentung"

Nach fast 50 Jahren ging gestern kurz nach 17 Uhr auf der Esslinger Mülldeponie Katzenbühl eine Müll-Ära zu Ende. Landrat Heinz Eininger höchstpersönlich lenkte die letzte Müllfuhre für den "Katzenbühl" auf die Waage.

RICHARD UMSTADT

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ESSLINGEN Das dunkelblaue Müllfahrzeug mit dem Kennzeichen ES - GS 3012 kam aus der Esslinger Gartenstadt und brachte 26 Tonnen auf die Waage. Nach dem Abkippen der letzten Fuhre Hausmüll zeichnete Landrat Eininger den langen und in den 90er-Jahren heftig umstrittenen Weg der Abfallentsorgung im Landkreis Esslingen bis zur "Verrentung" der letzten Restmülldeponie nach. Ab dem 1. Juni 2005, so will es der Gesetzgeber in der Technischen Anleitung Siedlungsabfall, ist endgültig Schluss mit dem Lagern und Verbuddeln von Abfall.

Nicht ganz ohne Stolz wies der Landrat darauf hin, dass das Verfüllvolumen komplett ausgeschöpft wurde. "Damit ist dem Landkreis eine Punktlandung gelungen." Ab dem 1. Juni wird der gesamte Haus- und Sperrmüll in der Müllverbrennungsanlage Stuttgart-Münster über den Rost wandern. "In den Zeiten des akuten Müllnotstands hatte der Kreis Esslingen Mitte der 90er-Jahre beschlossen, auf eine eigene höherwertige Entsorgungsanlage zu verzichten und sich zur Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Restmüllheizkraftwerk entschlossen", erinnerte der Landrat und begrüßte an dieser Stelle einen Mann, der die scheinbar unendliche Müllgeschichte des Landkreises in all ihren Facetten in- und auswendig kennt: den damaligen Kreiskämmerer und Abfalldezernenten Heinz Fälchle.

In den vergangenen 30 Jahren deponierte der Kreis Esslingen rund 3,5 Millionen Tonnen Müll. So wuchs der" Katzenbühl" im Laufe der Zeit zu einem Berg mit einer Höhe von 497 Metern heran. Seine Grundfläche von zirka 20,5 Hektar entspricht der Größe von etwa 50 Fußballfeldern. "Und sein Neigungswinkel von 23 Grad entspräche einer schwarzen Abfahrt", dachte Heinz Eininger scherzhaft in die Zukunft. Tatsächlich stehen die nächsten zehn Jahre auf der Deponie unter der Überschrift "Nachsorgearbeiten". Außerdem erhält sie ein grünes Kleid. Damit dürfte, zur Freude der Wäldenbronner, die Zeit der besonderen Duftnoten endgültig vorüber sein.