Lokales

Landrat verärgert

Trotz des Wirbels im Vorfeld: Der Betriebsausschuss Krankenhaus des Esslinger Kreistags hält an der Einrichtung des Linksherzkathetermessplatzes im Krankenhaus Kirchheim fest. Das teilte Pressesprecher Hans-Joachim Bosse gestern im Anschluss an die nichtöffentliche Sitzung mit.

ANKE KIRSAMMER

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KREIS ESSLINGEN Grünes Licht erteilte das Gremium unter Ausschluss der Öffentlichkeit sowohl der für die Einrichtung des Messplatzes notwendigen Umbauplanung als auch der europaweiten Ausschreibung.

Verärgert hatte Landrat Heinz Eininger in der gestrigen öffentlichen Sitzung des Betriebsausschusses über die im Vorgriff auf den nichtöffentlichen Teil geführte Auseinandersetzung um den Linksherzkathetermessplatz am Standort Kirchheim des Klinikums Kirchheim-Nürtingen reagiert. Die Grundsatzentscheidung hatte der Kreistag bereits im März gefällt. Aus wirtschaftlicher Sicht unsinnig und medizinisch nicht notwendig, so die Haltung von Esslingens OB Jürgen Zieger und dessen Finanzbürgermeister Bertram Schiebel im Vorfeld (wir berichteten). In einem Brief an die Esslinger Ausschuss-Mitglieder hatte Schiebel, selbst SPD-Kreisrat, im Namen der Stadtverwaltung ein unabhängiges Gutachten und ein Vertagen der Entscheidung gefordert.

Das Schreiben und die publizierten Stellungnahmen sorgten für Unmut auch in den eigenen Reihen. Gerhard Remppis, Ausschuss-Sprecher der SPD-Fraktion, kritisierte, "bei diesem Vorgehen ist der Betriebsausschuss außen vor. Wir geraten ohne Not in eine defensive Haltung". Das sah Landrat Heinz Eininger genauso.

Er verteidigte den Weg der Verwaltung: "Wir wollten das Thema nichtöffentlich behandeln, weil es sich auf Kooperationsverhandlungen bezieht, die Interessen Dritter berühren. Eine reine Vergabe hätten wir selbstverständlich öffentlich machen können." In den Verhandlungsrunden saßen unter anderem Vertreter von Krankenkassen, städtischen Kliniken Esslingen und niedergelassene Ärzten mit am Tisch. "Die Verwaltung trägt nicht die Verantwortung dafür, dass Infos nach außen getragen wurden", so der Kreisverwaltungschef. "Wir werden uns darüber zu unterhalten haben, wie wir mit der Angelegenheit umgehen."