Lokales

Landratsamt bereitet Umzug in die Pliensauvorstadt vor

ESSLINGEN Seit mehr als fünf Jahren sucht das Versorgungswerk der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen einen Mieter für den markanten Bau an der B 10, der 1990 nach den Plänen von Hans Auras entstanden ist. Verhandlungen mit Interessenten scheiterten lange Zeit an der Miethöhe. Auch die Raumzuschnitte, großzügige Flure und die ambitionierte Architektur erwiesen sich immer wieder als Hürden. Jetzt scheint es endlich zu klappen. "Wir müssen nur noch einige redaktionelle Fragen in dem Vertrag klären", teilte Hans-Joachim Bosse, Pressesprecher des Landratsamts, mit. An einer raschen Einigung herrsche kein Zweifel mehr.

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Die Behörde steht unter Zeitdruck. Sie benötigt an ihrem Stammsitz in den Pulverwiesen dringend Platz, um im Zuge der von Erwin Teufel vorangetriebenen Verwaltungsreform mehrere Ämter aufnehmen zu können. Handlungsbedarf gibt es auch, weil die Räume in der Vogelsangstraße nicht länger zur Verfügung stehen. Sie gehören der Kreissparkasse, die an dieser Stelle mit einem privaten Investor über einen Verkauf und den Bau eines Pflegeheims verhandelt. Der Soziale Dienst und die Psychologische Beratungsstelle ziehen deshalb ebenfalls in die Pliensauvorstadt.



Über die Miethöhe schweigt sich Bosse aus. "Das ist kein Thema für die Öffentlichkeit", sagt er. Bekannt ist allerdings, dass das Versorgungswerk von seinen früheren Vorstellungen deutlich abgerückt ist. Auch die finanzielle Größenordnung stellt kein Geheimnis dar. Vor den Sommerferien legte der Kreistag die Schmerzgrenze fest. Maximal 660 000 Euro darf die Miete kosten. Erträglich gestaltet sich die Belastung für den Kreis, weil er von der Stadt Esslingen monatlich 21 000 Euro für das Technische Rathaus in den Pulverwiesen kassiert, das als künftiger Sitz der Kreisverwaltung vorgesehen ist. Die Stadt benötigt diese Immobilie länger als geplant. Darüber hinaus sorgt der Abschied von Außenstellen (darunter auch die Fritz-Müller-Straße) und die damit verbundenen Spar-

effekte ebenfalls dafür, dass die finanziellen Folgen des Umzugs für das Landratsamts überschaubar bleiben. Der Mietvertrag mit dem Versorgungswerk läuft vier Jahre. "Wir verfolgen weiter das Ziel, unsere gesamte Verwaltung in den Pulverwiesen zu konzentrieren", versichert Bosse. Wenn die Stadt mit dem Technischen Rathaus in die Ritterstraße umziehe, wolle man nach wie vor an dieser Stelle einen Neubau errichten. Für die Finanzierung prüfe man verschiedene Modelle.



In der Pliensauvorstadt herrscht Freude über die Aussicht, dass in das frühere Stinnes-Gebäude endlich wieder Leben einzieht. "Das ist ein wichtiges Signal für unseren Stadtteil", sagt Friedemann Gschwind, der Vorsitzende des Bürgerausschusses.