Lokales

Landschaft, die zum Wandern herausfordert

Anlässlich des 106. Deutschen Wandertags in Prüm fuhr die Wandergruppe der Ortsgruppe Kirchheim des Schwäbischen Albvereins zu einer Wanderwoche in die Eifel. In Stadtkyll war das Standquartier, von wo aus die landschaftliche und kulturelle Vielfalt der Eifel erwandert und erlebt wurde.

KIRCHHEIM Ein Besuch der Benediktinerabtei Maria Laach, die als eine der bedeutendsten romanischen Kirchenbauten nördlich der Alpen gilt, vermittelte erste Eindrücke. Auf einer Rundwanderung durchs liebliche Kylltal zur Kronenburg erlebten die Albvereinler ein Stück Romantik. Die Burg aus dem 13. Jahrhundert thront auf einem steil abfallenden Bergsporn. In die Burgbefestigung mit Mauerring und Toren ist eine kleine Siedlung mit sehr gut erhaltenen Fachwerkhäusern sowie eine spätgotische Stützkirche integiert. In dem malerischen mittelalterlichen Bergnest leben heute zahlreiche Künstler. Eine Wanderung ins Obere Ahrntal brachte wieder ganz andere Eindrücke.

Anzeige

Um Ripsdorf und Allendorf gibt es mehrere mit prachtvollen Wacholderheiden bedeckte Hügel. Auf dem Wacholderweg gelangte die Wanderschar ins Naturschutzgebiet Lamberttal. In vielen Windungen durchfließt der Lambertbach das Tal, bis er plötzlich in einer Bachschwinde (Schluckloch) verschwindet. Später erscheint er wieder an der Oberfläche, um in die Ahr zu münden. Es ist eine Folgeerscheinung des Karstes: Das Gebiet besteht aus uralten Kalkbänken aus dem Devon, die sich dachartig nach einer Seite absenken.

Waser spielte schon immer eine große Rolle in der Eifel. Schon die Römer in Köln bezogen ihr Trinkwasser mit Hilfe der "Römischen Wasserleitung", die in Teilen noch erhalten ist, aus der Eifel. Bei einer Wanderung durchs Urftal wurde eine ehemalige Brunnenstube mit ihren kunstvoll gebauten Wasserkanälen bestaunt.

Von Kall führte dann der Eifelsteig hinauf zum Kloster Steinfeld, dessen geschichtliche Anfänge bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen. Ein Abstecher galt noch dem Städtchen Blankenheim mit der ehemaligen Stammburg der Grafen zu Blankenheim. Im historischen Altstadtkern waren besonders die beiden Stadttore, die Pfarrkirche Sankt Mariä Himmelfahrt sowie die vielen Fachwerkhäuser sehenswert. Ein besonders interessanter Punkt: Unter einem davon tritt die Ahrquelle zu Tage.

Höhepunkt des Wandertags in Prüm war am Sonntag. Nach einer Feierstunde am Vormittag bescherte Petrus in Hochform dem Festzug des 106. Wandertages strahlenden Sonnenschein. Die 57 Wandervereine boten mit ihren bunten Trachten, prächtigen Wimpelbäumen und Motivwagen anschaulichen Unterricht in Heimat- und Kulturgeschichte.

Am nächsten Tag fand die Abschlussveranstaltung am Europa-Denkmal in Ouren statt. Im Dreiländereck Belgien, Luxemburg und Deutschland im stillen Tal der Our gelegen, war das der passende Rahmen.

Für die Kirchheimer Albvereinler standen noch ein paar Extras auf dem Programm. Beim Besuch des Vulkangartens in Steffeln öffnete sich den Besuchern ein Fenster in die Vergangenheit: tiefe unheimliche Erdspalten, bizarres Gestein, rote Schichten aus einer vorvulkanischen Wüsten- und Saurierzeit und die mächtige zerrissene Wand des Steffelnkopfvulkan-Schlotes.

Etwas Besonderes war die Wanderung auf dem oberen Lieserpfad von Daun nach Manderscheid. Auftakt der Wanderung bildete das Gemündener Maar, eines der acht Maare, die noch mit Wasser gefüllt sind. Streckenweise ging es auf engen Pfaden in einen sehr abgeschiedenen Teil des Liesertales. Doch allmählich wurden die Blicke durch die Bäume immer reizvoller, bis kurz vor Manderscheid mehrere Aussichtspunkte die Blicke freigaben auf den Bergfried der Manderscheider Oberburg. Ein Blick auf die gewaltige Burganlage vom Städtchen aus beendete eine herrliche Wanderung. Es war auch gleichzeitig der Schlusspunkt erlebnisreicher Tage in einer Landschaft, die zum Wandern herausfordert.

me