Lokales

Landschaftspflegeprojekt in der Ötlinger Halde läuft an

Mit der Ötlinger Halde nimmt die Stadt Kirchheim das zweite große Landschaftspflegeprojekt auf der Gemarkung in Angriff. In den letzten Monaten wurde hierfür ein eigenes Pflegekonzept erarbeitet. Es zeigt deutlich: Für den landschaftsprägenden Steilhang zwischen Ötlingen und Kirchheim ist es fünf vor zwölf.

KIRCHHEIM Wie die Stadt Kirchheim in einer aktuellen Pressemitteilung darstellt, liegen viele Parzellen bereits brach und sind von einem undurchdringlichen Dornengestrüpp bewachsen. Langsam aber sicher breiten sich die Brombeerranken auch auf die umliegenden Grundstücke aus sehr zum Ärger vieler Nachbarn, die ihre Flächen jedes Jahr ordentlich pflegen. Hintergrund: Im Rahmen der konventionellen Landwirtschaft lassen sich steile und kleinparzellierte Obstwiesen wie die "Ötlinger Halde" kaum noch rentabel bewirtschaften. Für viele Eigentümer ist die Offenhaltung ihrer steilen Grundstücke mittlerweile sehr mühevoll und mit hohen Kosten verbunden.

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Der Erhalt der "Ötlinger Halde" für die Natur und das Landschaftsbild ist der Stadt ein wichtiges Anliegen. Nun kann sie ihren Bürgern eine Alternative anbieten. Mittlerweile ist die "Ötlinger Halde" als Projektgebiet für Naturschutz, Landschaftspflege und Naherholung anerkannt. Für die Eigentümer und Bewirtschafter stehen damit besondere Fördermittel des Landes zur Verfügung.

Ziel ist es, die steileren Hanglagen von Schafen pflegen zu lassen und sie so dauerhaft vor Verbuschung zu schützen. Bereits brachliegende oder zugewachsene Parzellen müssen zuvor entbuscht werden. "Das Ganze geschieht natürlich nur mit Zustimmung der Eigentümer, denn die Teilnahme am Projekt ist freiwillig", sagt Dr. Hermann-Lambert Oediger, Leiter des Planungsamtes in Kirchheim, "wer sein Grundstück auch künftig selber pflegen will umso besser". Die Stadt spricht aber alle diejenigen an, die die mühevollen Pflege nicht mehr auf sich nehmen wollen oder können.

Vorteil für die Stücklesbesitzer: Ihnen entstehen keine Kosten und sie sparen sich neben der mühevollen Arbeit auch die Ausgaben für teure Mähgeräte. Für den Fall, dass auf ihrem Grundstück Verbuschungen zu entfernen sind, müssen sie sich allerdings dazu verpflichten, in den nächsten zehn Jahre eine Schafbeweidung zu dulden und das Grundstück und die Bäume ordnungsgemäß im Sinne einer Streuobstwiese zu erhalten. Sind keine Verbuschungen zu entfernen, so genügt eine einfache Zustimmung zur Beweidung. Sie ist jederzeit aufkündbar. Dabei können auch nur Teile eines Grundstückes in diese Beweidung einbezogen werden.

Dem Projekt wurde in den vergangenen Wochen sowohl vom Ortschaftsrat in Ötlingen als auch vom Technischen Ausschuss der Stadt zugestimmt. Auch die über 160 Eigentümer wurden bereits bei einer Veranstaltung informiert. Trotz der dort kritischen Diskussion kündigten in den letzten Wochen schon über zwanzig Eigentümer ihre Beteiligung an.Auch ein Schäfer ist bereit, die fachgerechte Beweidung zu übernehmen. Da der Umsetzung des Projektes nun nichts mehr im Weg steht, sollen jetzt Taten folgen. In den nächsten Wochen werden die Interessenten daher persönlich eingeladen, um vor Ort die notwendigen Detailfragen für die Beweidung zu besprechen. Im Herbst wird dann auch mit der Gehölzpflege und -rodung begonnen.

Für die Klärung von Detailfragen stellt die Stadt mit Peter Beck einen Landschaftspfleger als Ansprechpartner zur Verfügung. Er übernimmt die Koordination der anfallenden Arbeiten und stimmt die Wünsche der Eigentümer mit dem Schäfer ab. Dabei kann er sich bereits auf umfangreiche Erfahrungen stützen, denn seit einiger Zeit leitet er die Umsetzung eines vergleichbaren Projektes in der "Jesinger Halde". Der Erfolg kann sich sehen lassen, denn auch die Jesinger Halde war in einigen Bereichen bereits stark verbuscht und stellt heute wieder einen landschaftstypischen Obstwiesenhang dar. Wer bislang noch unschlüssig ist kein Problem, ein Einstieg in das Projekt ist jederzeit noch möglich. Die Umsetzung der Landschaftspflege erfolgt Schritt für Schritt und verteilt sich über mehrere Jahre. Je mehr Eigentümer sich daran beteiligen, desto besser und einfacher kann die Beweidung koordiniert werden.

pm

InfotelefonFragen beantwortet Peter Beck, Telefon 0 70 21/86 03 50 oder das Stadtplanungsamt, Telefon 0 70 21/50 24 39.