Lokales

Landwirte investieren

Die Agrarwirtschaft blickt überwiegend optimistisch in die Zukunft. Bei einer Tagung des landtechnischen Handels in Kirchheim berichteten die Betriebe von Umsatzzuwächsen von bis zu zehn Prozent im laufenden Jahr.

KIRCHHEIM Wie sieht das wirtschaftliche Umfeld für den landtechnischen Fachbetrieb derzeit aus, welche Entwicklung nimmt die Agrarwirtschaft infolge der Agrarreform? Diesen Fragen stellt sich Wilhelm Neyer, Vorsitzender der Fachgruppe Landtechnischer Handel im Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW) auf der Jahresmitgliederversammlung in Kirchheim.

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Die in der Landwirtschaft vollzogene Agrarreform habe eine Planungssicherheit gebracht. Der Landwirt sei jetzt frei in seiner Produktionsausrichtung. "Wir stellen fest, dass in der Landwirtschaft teilweise von der preisgestützten Agrarproduktion Abstand genommen wird, hin zu den betriebswirtschaftlichen Überlegungen: Mit welchen Produkten verdiene ich, unabhängig von der staatlichen Förderung, mehr? Lassen sich diese Produktionsweisen auf meinen Betrieb übertragen?" sagte Neyer. In Baden-Württemberg sei der Bau von Biogasanlagen sehr stark vorangetrieben, dies führe bereits zu einer starken Mehrproduktion von Mais statt Getreide.

Bessere StimmungDie Stimmung in der Agrarwirtschaft ist besser geworden, zuletzt auch durch die steigenden Preise für Getreide aus der diesjährigen Ernte. Diese Entwicklung trage dazu bei, dass aufgeschobene Investitionen in der Landwirtschaft, insbesondere in der Agrartechnik, getätigt werden. Aus heutiger Sicht, so Neyer, dürfte eine Umsatzsteigerung von sieben bis zehn Prozent im laufenden Wirtschaftsjahr erreicht werden können. Der Umsatzzuwachs sei im laufenden Jahr sowohl bei Schleppern als auch bei Erntemaschinen für Grünfutter, Getreide und Hackfrüchte festzustellen.

Die rund 350 landtechnischen Fachbetriebe in Baden-Württemberg erzielten in 2005 einen Gesamtumsatz von 170 Millionen Euro, für das gesamte Jahr 2006 wird im Landmaschinenhandel in Baden-Württemberg mit einer Steigerung auf rund 185 Millionen Euro gerechnet. Allerdings sind auch die Personalkosten um rund 1,5 und die Betriebskosten um rund drei Prozent gestiegen. Ein Personalabbau habe es im Landmaschinenhandel und Handwerk nicht gegeben.

Im laufenden Geschäftsjahr sei eher mit einer leichten Steigerung der Einstellung junger Auszubildender für den Beruf des Land- und Baumaschinenmechanikers zu rechnen. Derzeit sind im Landmaschinenmechaniker-Handwerk in Baden-Württemberg knapp 600 Jugendliche in der Ausbildung. Im vergangenen Jahr legten über 200 Auszubildende die Gesellenprüfung im Land- und Baumaschinenmechaniker-Handwerk ab.

Von der Politik forderte Wilhelm Neyer einen drastischen Abbau der überbordenden Bürokratie in der Agrarwirtschaft und für mittelständische Unternehmen. Ständig steigende Betriebsauflagen, Pflichtmitgliedschaften in Kammern und Berufsgenossenschaften seien starke Belastungen für agrarwirtschaftliche Unternehmen.

pm