Lokales

"Leabet de alde Schlierbächer no?"

Obwohl beileibe keine Faschingshochburg, eines hat in Schlierbach bereits Tradition: Am "Schmotziga Doschdig" stürmen die "Narrenstaller Senioren" das Rathaus und schneiden dem Schultes die Krawatte ab.

SCHLIERBACH So war es auch diesmal, als sich die Senioren im prächtig dekorierten Farrenstall trafen. Bis auf den letzten Platz gefüllt, wurden diese namens des "Dreigestirns" von Emilie Ambach begrüßt. Hugo Carrle grüßte mit der musikalischen Frage: "Leabet de alde Schlierbächer no", was mit einem vielstimmigen "Jo, se send do", beantwortet wurde. Mit seinem fast unerschöpflichen Repertoire an Schlagern sorgte das Jesinger Urgestein dann vier Stunden lang für prächtige Stimmung unterstützt von Büttenrednern aus der Reihe der Senioren.

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Mit Musik stürmte man das Rathaus, wo das "Goldmariechen" Emilie einige Mühe hatte, die Krawatte des Bürgermeisters zu kürzen, hatte dieser sie doch etwas verstärkt mit dem Vorsatz, dass diese noch einige Jahre halten müsse. Vom "kleinen Teufelchen" Elli Pape wurde dem "Paul im Glück" dessen Sparsamkeit angeprangert, der sich nur Schulden auflade und nach dem Bau der Sporthalle sich mit einem Freibad ein weiteres Denkmal setzen wolle.

In den Farrenstall entführt, beleuchtete das Ortsoberhaupt das "Damentrio aus dem Modemagazin", das in einem Zeitungsartikel das Fehlen junger Männer bemängelt hatte. Um diese Lücke zu schließen, sei er jetzt gekommen. In bunter Folge schlossen sich weitere Büttenreden an, sodass die tolle Stimmung nie abflachte. Liesel Braun präsentierte sich als Vertreterin der Firma Popofix, Willy Mayerle beleuchtete Kinderaufsätze und eine Bahnfahrt nach Stuttgart, Elisabeth Reich produzierte sich als "Auslaufmodell mit drei Mal 25 Jahren" und Walter Haller sen. hatte mit seiner Parodie "Ich bin etwas blöd" die Lacher genauso auf seiner Seite. Neben Singen und Schunkeln durfte auch das leibliche Wohl nicht fehlen, und erst spät trennten sich die Senioren mit dem Dank an das "Dreigestirn" für die Organisation dieses Tages, der den Prunksitzungen im Fernsehen wahrlich nicht viel nachstand.

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