Lokales

Lebensbewältigung durch Rituale

Im Rahmen des 14. Religionspädagogischen Tages, kamen in diesem Jahr nahezu 200 evangelische und katholische Religionslehrer aus den Landkreisen Esslingen und Göppingen in Wernau zusammen.

WERNAU Im Sankt-Antonius-Haus in Wernau forderte der Heidelberger Theologieprofessor Dr. Klaus Berger, Verfasser von vielen Publikationen und Redner bei Kirchentagen, die lange und ehrwürdige Tradition der Ritualisierung des Lebens ernst zu nehmen und die vorhandenen Formen intensiv zu nutzen, um Schwellen in der Biografie des Einzelnen und im Prozess von Gruppen sinnvoll und heilend zu gestalten. So sehr er etwa die berühmten so genannten Irischen Segenssprüche schätze, wollte er doch auch auf die alten und einfachen Segensworte der Bibel und der christlichen Liturgie hinweisen, die von großer Sprachgewalt und "kraftvoller Macht" geprägt seien. Sprache und Zeichen hätten auch besonders für den jungen Menschen eine tiefe Wirkung, die nicht unterschätzt werden dürfte. In seiner Begrüßung fragte Schuldekan Buchholz, ob die Sehnsucht nach Segen und Vergegenwärtigung der Nähe Gottes, die bei Lehrern und Schülern erstaunlicherweise zunehme, nicht eine Flucht aus politischer und ethischer Verantwortung sei. Im besten Fall aber entspreche dieser Sehnsucht eine Frage nach Qualifizierung und Ermutigung für den Alltag in Schule und Gesellschaft. Helga Willers, die Leiterin des Staatlichen Schulamtes in Nürtingen, wies in ihrem Grußwort auf die wenig greifbare, aber doch vorhandene Bedeutung von Ritualen im Leben hin. Der inneren Bewegtheit könne niemand ausweichen.

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In den nachmittäglichen Arbeitsgruppen des Religionspädagogischen Tages wurden unterrichtspraktische Konsequenzen des Tagungsthemas "Segen: Zeichen der Zuversicht" erörtert so zum Beispiel die Beschäftigung mit der Lebensgeschichte des Pfarrersehepaares Gertrud und Otto Mörike aus Kirchheim. Umrahmt wurde der Tag durch liturgische Elemente. Eine Spende in Höhe von fast 250 Euro konnten der in diesen Tagen eingeweihten Jugendbegegnungsstätte Ben Yehuda in Jerusalem zur Verfügung gestellt werden, die im Zusammenhang mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste Versöhnungs- und Dialogangebote in Israel organisiert.

cb