Lokales

"Lebensraum aus zweiter Hand"

"Vor allem in dicht besiedelten Gebieten, wo die Gefahr der Naturentfremdung und der Reduktion der Landschaft zur dekorativen Kulisse besteht, ist es wichtig, die Menschen bewusst an der Natur teilhaben zu lassen und aktiv in die Naturschutzgedanken einzubinden" sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk, jüngst.

STUTTGART Genau hier setzen die Naturschutzzentren mit ihren Sommerprogrammen an. Die Information der Bevölkerung über ökologische Zusammenhänge und Ziele des Naturschutzes sowie die Betreuung von Naturschutzgebieten, mit einem professionellen Schutzgebietsmanagement, mit Besucherlenkungsmaßnahmen gehören zu den Hauptaufgaben der Zentren.

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Damit seien die sieben Naturschutzzentren als ortsnahe Einrichtungen wichtige Bestandteile einer zukunftsorientierten Naturschutzpolitik im Land, sagte der für den Naturschutz Baden-Württemberg zuständige Minister. Darüber hinaus seien Naturschutzzentren ein Bindeglied zwischen Landkreisen, Gemeinden, Land- und Forstwirtschaft und den ehrenamtlichen Naturschützern und Vereinen.

Als Informations- und Begegnungsstätten stellen die Naturschutzzentren mit Dauerausstellungen, Diaschauen, Filmbeiträgen oder naturkundlichen Führungen jährlich einer großen Besucherzahl die Entstehungsgeschichte, die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt und die ökologischen Zusammenhänge der jeweiligen Landschaften vor. Zudem seien wiederholt Sommer-Veranstaltungen für die ganze Familie geboten. Bei Führungen, Workcamps oder der Spurensuche im Wald, auf der Wiese oder am Wasser werde in landschaftlich reizvoller Umgebung das Naturerlebnis zum Genuss, sagte Hauk.

Mit ihrem vielfältigen Angebot bieten die Zentren auch viele Attraktionen für den naturbezogenen Tourismus. Das Naturschutzzentrum Bad Wurzach für die Oberschwäbische Seen- und Hügellandschaft, das Naturschutzzentrum Eriskirch für die Bodenseelandschaft, das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb für die Schwäbische Alb und das Albvorland, das Naturschutzzentrum Obere Donau in Beuron für die Felslandschaft des Donaudurchbruchtals, das Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört für die Rheinauen, das Naturschutzzentrum Ruhestein in Seebach für den nördlichen Schwarzwald und Teile der Ortenau und das am Feldberg gelegene Naturschutzzentrum für den Südschwarzwald.

Noch bis zum 24. September ist in Schopfloch die aktuelle Sonderausstellung "Vom Steinbruch zum Naturschutzzentrum" zu sehen. Dargestellt wird die Entwicklung vom aktiven Betrieb des Steinbruchs bis hin zur Entstehung eines "Lebensraumes aus zweiter Hand" nach der Stilllegung. Auf dem Außengelände zeigt der Bauerngarten seine Blütenpracht und im aufgelassenen Juramarmor-Steinbruch nebenan ist eine Ziegenherde auf der Weide zu sehen.

Während der Sommerferien ist das Zentrum von Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr und an Sonntagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Das detaillierte Veranstaltungsprogramm liegt im Naturschutzzentrum sowie in den Landratsämtern und Rathäusern der Landkreise Esslingen und Göppingen aus. Mehr Informationen und Termine der Naturschutzzentren findet man im Internet unter www.naturschutzzentren-bw.de

pm