Lokales

Lebkuchen und Weihnachtsstollen für Bedürftige

KIRCHHEIM Aufgeregt und voller Tatendrang stürmen die 25 Viertklässler der Kirchheimer Freihof-Grundschule in das Café Eckpunkt der Diakonischen Bezirksstelle

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ULRIKE RAPP-HIRRLINGER

Kirchheim. Sie sind mit ihrer Religionslehrerin, der evangelischen Pfarrerin Susanne Herr, gekommen, um Lebensmittelpakete für bedürftige Menschen zu packen. Auf Tischen stapeln sich grüne Plastikboxen mit frischem Obst, Fertiggerichten, Nudeln, Fisch- und Wurstkonserven, Marmelade und Tee. Aber auch Lebkuchen und ein kleiner Weihnachtsstollen sind darunter. Denn schließlich sollen die Pakete auch ein bisschen Weihnachtsstimmung dorthin bringen, wo Armut herrscht. Deshalb habe man bewusst Markenprodukte gekauft. "Die können sich Bedürftige sonst kaum leisten. So bekommen sie wenigstens über Weihnachten einmal etwas Besonderes", sagt Beatrice Lackner von der Sozial- und Lebensberatung der Diakonischen Bezirksstelle.

Ermöglicht wird die jährliche Aktion durch Geld aus der Kirchheimer Ficker-Stiftung. Beatrice Lackner erklärt den Kindern, dass die Baumwolltaschen, die sie füllen sollen, an Obdachlose und bedürftige Familien gehen. Die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache. In jede Tasche wandern nach und nach die bereitstehenden Lebensmittel. "Immer nur ein Stück aus jeder Kiste", erinnert die Sozialpädagogin. Im Gänsemarsch geht es um den Tisch: Dosen, Tüten, Gläser, Päckchen, Schachteln und obendrauf die Mandarinen nicht zu vergessen die Einladung zum Weihnachtsessen an Heiligabend ab 14 Uhr im Café Eckpunkt. Die Kinder achten genau darauf, dass in keiner Tasche etwas fehlt. Im Nu sind 60 Beutel gepackt. Beatrice Lackner wird sie mit den Namen der Empfänger versehen und noch warme Socken oder Strumpfhosen aus einer Spende dazulegen, bevor sie dann verteilt werden.

Wer eine der Taschen bekommt, legt die Diakonische Bezirksstelle zusammen mit dem städtischen Sozialamt fest. "Wir wissen, wer es brauchen kann", sagt Beatrice Lackner.

Die Kinder nehmen Bedürftigkeit in ihrer Umgebung bewusst wahr, erzählen von Wohnungslosen, die sie auf der Straße sehen. "Es ist wichtig, dass Kinder erkennen, dass es auch unter uns Armut gibt und man etwas dagegen tun muss", erklärt Susanne Herr, warum sie seit Jahren mit ihren Schülern zum Tütenpacken in die Diakonische Bezirksstelle kommt. Im Religionsunterricht wird die Pfarrerin noch einmal intensiv mit ihren Schülern über das Thema reden. Den meisten ist es ein Anliegen, für andere etwas zu tun. "Es macht Spaß, das für diese armen Leute zu machen", sagt Diana, nachdem alle Taschen gefüllt sind. "So können wir diesen Menschen eine Freude machen", ergänzt Fedor. "Die werden sicher nicht jeden Tag so leckere Sachen bekommen", vermutet Tabea und Delia, Björn und Julius ist es einfach wichtig, "Leute, die wenig haben, zu unterstützen".