Lokales

Leftakis: "Verlust ist kompensierbar"

Das erste Spiel ohne Center Chuks Neboh führt die Kirchheim Knights am Sonntag (Spielbeginn 17.30 Uhr, Rundsporthalle) zum Tabellenachten BSG Ludwigsburg.

KIRCHHEIM Das war ein elend langer Tag für Chuks Neboh. Nach telefonischer Rücksprache von Teammanager Volker Oesterle am Dienstag mit der zuständigen Klinik-Abteilung war der Knights-Center zusammen mit VfL-Geschäftsführer Ulrich Tangl und Freundin Eva am Mittwochmorgen um 9.20 Uhr in der berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Tübingen erschienen. Die Auskunft dort: Er sei die Nummer fünf auf der Operationsliste, Wartezeit zwischen zweieinhalb und fünf Stunden. Also zurück nach Kirchheim, um eine Stunde später wieder, diesmal ohne Tangl, der andere Termine hatte, in die Klinik zu fahren. Dort wartete der 2,12-Meter-Mann, der weiterhin nichts essen durfte, bis nach vier Uhr nachmittags, bis die Operation seines rechten kleinen Fingers an der Reihe war. Nach dem knapp einstündigen Eingriff, bei dem der Finger mit zwei Schrauben, die Neboh wohl sein restliches Leben behalten wird, fixiert wurde, lautete die Auskunft der Ärzte: "Nicht optimal, aber zufrieden stellend." Das war die Nachtruhe für den Hünen indes nicht: Schmerzen raubten Neboh den Schlaf.

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Wie der Genesungsprozess verlaufen ist, werden die Knights erst in zwei Wochen erfahren, wenn die Fäden gezogen werden. Dass ihr größter Spieler aber tatsächlich, wie Optimisten hoffen, schon am 4. März beim Spiel in Rastatt-Rheinau wieder auf dem Feld wird stehen können, ist nun wieder unwahrscheinlicher. Am Sonntag müssen die anderen Spieler versuchen, in Ludwigsburg trotzdem zu gewinnen. Coach Theo Leftakis: "Wir müssen den Verlust kompensieren, aber das ist auch machbar, wenn wir konzentriert spielen." Leftakis weiß aber auch: "Ein Sieg ist ein absolutes Muss, wenn wir im Rennen bleiben wollen." Tatsächlich dürfen sich die Knights höchstens einen einzigen Ausrutscher in der Zeit ohne Neboh erlauben, und der dürfte eine Woche später beim Heimspiel gegen den FV Weißenhorn (mit Center Buljubasic) wahrscheinlicher sein.

Ludwigsburg hatte jüngst nicht gerade eine Siegesserie, ganz im Gegenteil. In diesem Jahr gewann die Mannschaft von Trainer Klaus Anwender noch kein einziges Spiel. Es begann mit der blamablen 87:88-Heimschlappe gegen den bis dahin sieglosen Tabellenletzten USC Freiburg II und setzte sich mit dem 85:104-Debakel in Weißenhorn fort. Zu Hause war es dann wieder knapp, gegen Tabellenführer Rastatt-Rheinau gab es aber dennoch eine 69:74-Niederlage, und am vergangenen Wochenende war die BSG in Heidelberg-Kirchheim vom ersten Viertel an chancenlos und verlor 82:99.

Eine leichte Aufgabe also? Mit Center vielleicht, ohne gewiss nicht. Schließlich hat der Nachwuchs des Bundesligisten eine respektable, man könnte in diesem Fall sogar sagen, bedrohliche lange Garde aufzubieten: An der Spitze Sascha Kesselring (2,09 m), der regelmäßig auch in der ersten Liga mitmischt. Dann aber auch Thomas Lieschke (2,11 m), der im Herbst noch beim MTV Stuttgart in der zweiten Liga spielte, Sascha Radetzky (2,06 m), Philipp Heyden (2,06 m), Marc Hottmann (2,05 m) und Kay Nenz (2,04 m). Zu viel für die Knights? Immerhin hat Leftakis' Mannschaft eine weiße Weste in der Rundsporthalle, beide Begegnungen in den vergangenen beiden Jahre konnte er gewinnen. Aber diesmal wird es ohne Zweifel ein Überlebenskampf für den VfL: Überleben sollen die Hoffnungen auf die Aufstiegsrunde.

Die Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren trafen übrigens unter der Woche in der Geschäftsstelle ein. Ausgefüllt werden müssen sie bis zum 31. März. Akuter Handlungsbedarf besteht also noch nicht. Bevor sich die Verantwortlichen an dieses 35-Seiten-Dokument heranwagen, können sie getrost noch zwei, drei Wochen abwarten oder vielleicht gerade bis nach dem 4. März.

mad

VfL Kirchheim:

Eberle, Goehrke, Hayden, Hountondji, Ifuly, Jaballah, Jorgusen, Kranz, Lenger, Martinovic, Tsouknidis.