Lokales

Lehrerkollegien bereiten Schulfusion vor

Die beiden Nürtinger berufsbildenden Schulen, die Fritz-Ruoff-Schule und die Otto-Umfrid-Schule, sollen zusammengelegt werden. Um sich auf diese Fusion vorzubereiten, trafen sich die Lehrerkollegien beider Schulen zu einem Pädagogischen Tag in der Akademie Bad Boll.

NÜRTINGEN Schon seit einiger Zeit trifft sich ein so genanntes "Fusionsteam" mit 21 Lehrerinnen und Lehrern aus beiden Schulen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, seine insgesamt 130 Kollegen auf die gemeinsame Zukunft vorzubereiten. Dieses Team war es auch, das den Pädagogischen Tag plante, organisierte und abhielt. Stellvertretend für das Team erklärten Elke Dosenbach-Straub von der Fritz-Ruoff-Schule und Gottfried Kech von der Otto-Umfrid-Schule, die beide die Veranstaltung leiteten, dass die Schulzusammenlegung auf zwei verschiedene Arten ausgelegt werden könnte: als Bedrohung oder Neubeginn, als Auflösung zweier selbstständiger Schulen oder als Chance für neue Aufgabenbereiche und Ziele in der gemeinsamen Schule.

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Dem Fusionsteam war es wichtig, dass die Vorteile in den Vordergrund rückten und man den Mut verspürte, die Dinge optimistisch anzugehen und im eigenen Sinne zu gestalten. Man solle die Chance erkennen, sich selbst in die Planung und Ausführung der Schulfusion einzubringen und die Neugestaltung eigenständig zu beeinflussen, wie Gottfried Kech und Elke Dosenbach-Straub betonten.

Ähnlich äußerten sich auch die beiden Schulleiter Dr. Martin Späth und Dieter Diehl, die gemeinsam auftraten und sprachen, was einen bewusst symbolischen Charakter hatte. Die Worte von Martin Späth von der Fritz-Ruoff-Schule waren stark appellativ im Sinne eines positiven Neuanfangs ausgerichtet, während Dieter Diehl von der Otto-Umfrid-Schule eher nachdenklich stimmte, da er nicht nur die momentane Bausituation, sondern auch die besondere Situation der Schule erläuterte.

Genau genommen findet nämlich nicht eine vollständige Fusion statt, sondern die Otto-Umfrid-Schule wird geteilt, das heißt, einige Teile wie die Abteilung Farbe mit den Berufen Maler und Lackierer kommen an die benachbarte Philipp-Matthäus-Hahn-Schule, andere Teile wie die Abteilung Körperpflege werden nach Esslingen gehen. Nur der Bereich Gesundheit fusioniert mit der Fritz-Ruoff-Schule. Das bedeutet für das Lehrerkollegium der Otto-Umfrid-Schule, dass es in der jetzigen Form aufgelöst und getrennt wird. Die Veränderung ist für die Otto-Umfrid-Schule also einschneidender als für die Fritz-Ruoff-Schule.

Die Frage nach dem Namen der gemeinsamen Schule beantwortete Dieter Diehl, indem er darauf verwies, dass der Name Fritz Ruoff mit Nürtingen eng verbunden sei und deshalb Schulname bleiben solle. Allerdings solle der Neubau, der jetzt auf dem Säer entstehe, innerhalb der Fritz-Ruoff-Schule den Namen Otto-Umfrid-Bau erhalten. Ein Kompromiss, der von beiden Kollegien begrüßt wurde.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Vorstellung der einzelnen Abteilungen und Schularten der beiden Schulen, damit die Lehrerinnen und Lehrer die jeweils andere Schule kennen lernen konnten. Die Fritz-Ruoff-Schule stellte ihre Abteilungen Berufsvorbereitungsjahr, die einjährige und zweijährige Berufsfachschule für Hauswirtschaft, die Berufsfachschule für Altenpflege, die Abteilung Sozialpädagogik, das Berufskolleg und das Berufliche Gymnasium für Ernährungswissenschaft und Agrarwissenschaft vor. Die Otto-Umfrid-Schule stellte ihre Abteilungen aus dem Bereich Gesundheit vor: die Arzthelferinnen, die Zahnmedizinischen Fachangestellten, die Zahntechniker und die Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellten.

Insgesamt gesehen wurde mit der Veranstaltung das Ziel erreicht, sich gegenseitig kennen zu lernen und über die andere Schule wichtige Informationen zu erhalten - ein positiver Auftakt für eine gemeinsame Zukunft.

nz