Lokales

Lehrreicher Blick hinter die Kulissen

38 Firmen im Kreis öffnen für Schüler in der Aktion „BetriebsFerien“ ihre Pforten – AMK erstmals dabei

Der Landkreis will Schülern ab 13 Jahren helfen, in einem „sehr frühen Stadium“ verschiedene Berufe und Firmen kennenzulernen. Deshalb hat die Wirtschaftsförderung vor sechs Jahren die Aktion „BetriebsFerien“ ins Leben gerufen. 38 Unternehmen und Institutionen beteiligen sich 2010 daran. Erstmals ist die Kirchheimer Firma AMK mit von der Partie.

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richard umstadt

Kirchheim. Geschäftsführer Eberhard Müller und Wolf-Rainer Bosch von der Unternehmensleitung der Kirchheimer Firma AMK Arnold Müller GmbH & Co.KG wissen, wie wichtig eine gute Ausbildung sowohl für den Jugendlichen als auch für den Betrieb ist. Sie wissen aber auch aus Erfahrung, wie schwer sich manche Mädchen und Jungs tun, für sich den richtigen Beruf zu finden. „Wenn sich Ausbildungsfirmen dieser Jugendlichen annehmen, können da­raus gute und wichtige Mitarbeiter werden“, ist für Wolf-Rainer Bosch eine fachlich qualifizierte und Werte vermittelnde Ausbildung für ein Unternehmen unverzichtbar. Die Ausbildungsquote der AMK-Gruppe liegt zwischen acht bis zehn Prozent, informierte Bosch.

Frühzeitig Schülerinnen und Schülern ab 13 Jahren die Möglichkeit einzuräumen, einen informativen Blick hinter die Kulissen der Betriebe zu werfen, dies ist die Intention der Aktion „BetriebsFerien“, die heuer in den Sommerferien vom 29. Juli bis zum 10. September in 38 Firmen, Institutionen und Behörden im Landkreis Esslingen über die Bühne geht.

„Wir hören immer wieder Klagen von Ausbildern über die mangelnde Ausbildungsreife mancher Jugendlicher“, sagte Landrat Heinz Eininger, der gestern bei AMK die Aktion „BetriebsFerien 2010“ vorstellte. Schülerinnen und Schüler hätten zu wenig Kenntnisse über Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsfelder. Freilich sei es schwierig oder fast nicht machbar, sich einen Überblick über rund 400 Ausbildungsberufe zu verschaffen, konnte der Landrat ein gewisses Informationsdefizit nachvollziehen. Die Aktion „BetriebsFerien“ der Wirtschaftsförderung des Landkreises bezeichnete der Landrat als ein „Forum für gegenseitiges Kennenlernen“. Durch die Einblicke in die unterschiedlichsten Berufe erhalten die Jugendlichen Informationen und nicht zuletzt auch eine Entscheidungshilfe auf die Frage „Ist der Beruf für mich geeignet oder nicht?“

Sehr zufrieden äußerten sich Landrat Eininger und Wirtschaftsförderer Markus Grupp über das Interesse und die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Landkreis. 2009 schnupperten während der „BetriebsFerien“ 400 Jugendliche insgesamt 750 Mal in die verschiedenen Unternehmen. Dies ist für die Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien auch in diesem Jahr möglich, wie das Programmheft „Einblick, Durchblick, Ausblick“ zeigt. So beteiligen sich an der Aktion Bäcker, Friseure, Druckhäuser, eine Polizeidirektion, Sparkassen, ein Forstamt, das Landratsamt, eine Betriebskrankenkasse, Finanzämter, Autohäuser, ein Spezialist für Selbstklebetechnik, ein Weltmarktführer bei der Abgastechnik und Fahrzeugheizung sowie weitere hochinnovative technische Unternehmen, darunter auch die AMK Arnold Müller GmbH&Co.KG, die zu den führenden Herstellern elektrischer Antriebs- und Steuerungstechnik gehört. AMK geht übrigens am 24. August in die „BetriebsFerien“: Von 9.30 bis 14.30 Uhr können Schülerinnen und Schüler das Stammhaus in der Kirchheimer Gaußstraße besichtigen und auch von den dortigen Azubis alles über die sieben Ausbildungsberufe erfahren. Wolf-Rainer Bosch: „Die BetriebsFerien sind eine hervorragende Gelegenheit für Jugendliche, erstmals mit Betrieben in Kontakt zu kommen.“

Wer weiß, vielleicht wird aus der ersten zarten Berührung später einmal eine Ausbildungsstelle, zum Beispiel bei AMK Kirchheim.