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Leitspruch: "Im Mittelpunkt der Mensch"

"Im Mittelpunkt der Mensch" lautet der Leitspruch der Waldorfpädagogik. Unter diesem Motto steht auch die bundesweite Aktionswoche der Waldorfschulen, Waldorfkindergärten und Förderschulen vom 25. September bis zum 2. Oktober. Mit Projekten und Veranstaltungen, die in eine Abschlussveranstaltung in Stuttgart münden, wollen mehr als 180 Waldorfschulen die Aktualität ihrer Pädagogik erlebbar machen.

NÜRTINGEN / STUTTGART Anlässlich ihrer Jubiläumsfeierlichkeiten zum 85-jährigen Bestehen wollen die Waldorfschulen mit einer Aktionswoche verstärkt in den Dialog mit der Öffentlichkeit treten und die Qualitäten der Waldorfpädagogik gerade in der aktuellen gesellschafts- und bildungspolitischen Debatte kommunizieren. "Hier müssen in größerem Maß Pädagogen gefragt werden", sagt der Geschäftsführer des Bundes der Freien Waldorfschulen, Walter Hiller. Die Ergebnisse der PISA-Studie hätten gezeigt, dass der Waldorfpädagogik mit ihrem ganzheitlichen, an der seelischen und geistigen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ausgerichteten Menschenbild, eine Vorreiterrolle zukomme. "Wir können zur gegenwärtigen Bildungsdebatte einen wichtigen Beitrag leisten", so Hiller weiter.

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Auch die Rudolf-Steiner-Schule Nürtingen, Freie Waldorfschule und Kindergarten, die vor 28 Jahren gegründet wurde und die inzwischen mehr als 1 200 Schülerinnen und Schüler besucht haben, wird sich mit verschiedenen Veranstaltungen und Darbietungen an der Aktionswoche der Öffentlichkeit präsentieren.

Bei einem Aktionstag auf dem Platz zwischen Stadthalle und Kreuzkirche stellen sich die Rudolf-Steiner-Schule und der Kindergarten am 25. September zwischen 8.30 Uhr und 13 Uhr dar. Die Zirkusgruppe präsentiert Ausschnitte aus ihrem Programm, die Bläsergruppe musiziert, Proben und Szenische Darstellungen aus Klassenspielen der 8. und 12. Klasse, Volkstanz und vieles mehr, werden zu sehen sein. Handwerkliche Betätigungen laden zum Mitmachen ein.

Eine Podiumsdiskussion über Bildung und Waldorfpädagogik findet am 30. September um 20 Uhr in der Stadthalle Nürtingen K3N, kleiner Saal, statt. Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben werden sich mit folgendem Thema befassen: "Aufgaben und Chancen pädagogischer Einrichtungen im Spannungsfeld zwischen leeren öffentlichen Kassen und der viel zitierten deutschen Bildungs- und Erziehungsmisere. Die Bedeutung von Schulen in freier Trägerschaft".

Podiumsteilnehmer sind: Oberbürgermeister Otmar Heirich, Professor Diplom-Ingenieur Klaus Fischer, Rektor der Fachhochschule Nürtingen, Diplom-Volkswirt Wolfgang Wolf vom Vorstand des Landesverbandes der Baden-Württembergischen Industrie, Dr. Walter Korinek, Rektor der Grund- und Hauptschule Neckartenzlingen, Dr. Albrecht Hüttig, Oberstufenlehrer und Vorstandsmitglied der Rudolf-Steiner-Schule Nürtingen und Mitglied der LAG der Waldorfschulen in Baden-Württemberg sowie die Landtagsabgeordneten Jörg Döpper (CDU) und Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen). Für die Veranstaltung sind Platzkarten erforderlich, die kostenlos von der Rudolf-Steiner-Schule ausgegeben werden.

Zu einem öffentlichen Vortrag lädt die Nürtinger Waldorfschule am 7. Oktober, 20 Uhr in ihren großen Saal ein. Es spricht Dr. Wenzel Götte zum Thema "Bildung und Erziehung für die Zukunft Antworten der Waldorfpädagogik. Sind Standards und Schlüsselqualifikationen Antworten auf die Frage: Welche Bildung brauchen junge Menschen für das Leben? Ist Entwicklung kein Auftrag an die Schule?" Der Referent ist Dozent an der Freien Hochschule für Waldorfpädagogik in Stuttgart.

Höhepunkt der Aktionswoche in vielen deutschen Städten ist die große Abschlussveranstaltung am 2. Oktober in der Stuttgarter Innenstadt, für die Bundespräsident a.D. Johannes Rau die Schirmherrschaft übernommen hat. Organisiert wird das Finale federführend vom Bund der Freien Waldorfschulen. Bei einem aufwendigen Event ab 16 Uhr auf der Großbühne auf dem Marktplatz wirken prominente Gäste aus Politik, Kultur und der Musikszene mit.