Lokales

Lenninger Bürger haben die Wahl

Helmut Staiger und Uwe Straub treten gegen Bürgermeister Michael Schlecht an

Der Wahlkampf um den Bürgermeisterposten in Lenningen kommt in Gang. Immer mehr Kandidaten werfen ihren Hut in den Ring, um dort gegen Amtsinhaber Michael Schlecht bei der Wahl am 8. März anzutreten.

Die Lenninger sind am 8. März aufgerufen, ihren Bürgermeister zu wählen. Bislang haben sich neben dem Amtsinhaber Michael Schlec
Die Lenninger sind am 8. März aufgerufen, ihren Bürgermeister zu wählen. Bislang haben sich neben dem Amtsinhaber Michael Schlecht Helmut Staiger und Uwe Straub (von links nach rechts) beworben.Fotos: Deniz Calagan¿/¿pr.

Lenningen. Am 9. Februar endet um 18 Uhr die Bewerberfrist für die Bürgermeisterwahl in Lenningen. Michael Schlecht stellt sich für seine dritte Amtsperiode zur Wahl und hat bislang zwei Mitbewerber: Uwe Straub und Helmut Staiger.

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Bereits vor Weihnachten ging die Bewerbung von Uwe Straub ein. Der ist in Lenningen kein Unbekannter: Von 2002 bis 2013 war er Leiter des Hochbauamts, ehe er kündigte und als Älbler vom Albtrauf an den Neckarstrand wechselte. In Kornwestheim ist der Maurermeister und technische Betriebswirt im Gebäudemanagement der Stadt als Leiter der technischen Abteilung tätig, wohnhaft ist er in Freiberg am Neckar.

„Schon als ich die Gemeinde verließ, habe ich beschlossen, bei der nächsten Bürgermeisterwahl anzutreten“, gibt er offen zu. Ebenso, dass er noch alte Rechnungen mit Michael

Schlecht offen hat, die sowohl persönlicher als auch fachlicher Natur sind. Auch der Gemeinderat bekommt sein Fett ab. „Viele Räte sind sehr duckmäuserisch“, so sein Eindruck in der Vergangenheit.

Seine Homepage ist noch im Aufbau, sie besteht aus einer Seite mit einigen Sätzen. Darin ist zu erfahren, dass er „als bodenständiger Älbler nur das Beste für die Gemeinde erreichen wird“, konkrete Ziele sind noch nicht ausgearbeitet. Dies sei so gewollt, denn er wolle dem Amtsinhaber keine Vorlage liefern, auf die dieser dann in aller Ruhe reagieren könne.

Uwe Straub nimmt Michael Schlecht übel, dass dieser wider besseres Wissen behauptet habe, es gebe keinen Gegenkandidaten. Diesen Vorwurf weist Hauptamtsleiter Günther Kern – als Verwaltungsfachmann mit den Wahlformalitäten ver- und betraut – entschieden zurück: „Der Gemeindewahlausschuss darf die Namen erst dann bekannt geben, wenn der Bewerber selbst an die Öffentlichkeit gegangen ist – oder nach dem Bewerbungsschluss.“ Vorsitzender dieses Ausschusses ist Wolfgang Tröscher, weitere Mitglieder sind seine BWV-Fraktionskollegen Falk Kazmaier und Jürgen Rau. Sie alle dürfen sich nicht zur Wahl äußern.

Dritter Kandidat ist Helmut Staiger. An Neujahr hat er sich zur Kandidatur entschlossen. Seit drei Jahren wohnt der 48-jährige gebürtige Kirchheimer in Gutenberg. Er sieht in mehreren Bereichen starken Handlungsbedarf, so seine Motivation für die Bewerbung. Als Erstes nennt er die Nahversorgung, die vor allem in Gutenberg und Schopfloch schlecht sei. Hier will er nach dem Modell des Lindorfer Ladens mit Ehrenamtlichen Abhilfe schaffen. Stark machen will er sich auch für die Erhaltung des Schulstandorts Lenningen und sich dabei vor allem für den Erhalt der Grundschulen in Gutenberg und Schopfloch einsetzen. „Die Zukunft der früheren und heutigen Mitarbeiter der Firma Scheufelen ist mir ein Herzensanliegen – ich weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, arbeitslos zu sein“, sagt Helmut Staiger. Der Diplom-Betriebswirt war Landesgeschäftsführer der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) und von 2004 bis 2009 Mitglied der Regionalversammlung Stuttgart. „Auch wenn ich jetzt Mitglied der SPD bin, werde ich parteifrei auftreten“, sagt Helmut Staiger, dessen Motto für den Wahlkampf „Gemeinsam für Lenningen“ lautet. „Die Spannung, die sich durch die vielen Ortsteile ergibt, reizt mich“, erklärt der Gutenberger.

„Mehrere Kandidaten für die Bürgermeisterwahl halte ich für eine Bereicherung. Das ist praktizierte Demokratie“, sagt Armin Diez von der Bürgerlichen Wählervereinigung (BWV). Dies sei gut in Zeiten der Politikverdrossenheit. „Ich verspreche mir davon mehr Wahlbeteiligung“, sagt er und sieht die Bewerbungen nicht in erster Linie gegen den Amtsinhaber gerichtet. „Somit hat Michael Schlecht bei den Kandidatenvorstellungen eine Plattform“, so Armin Diez.

Auch Georg Zwingmann von der Lenninger Grünen Alternativen Liste/Unabhängige Bürger Lenningen (LEGAL/UBL) freut sich, dass es mehrere Kandidaten gibt. Wie Armin Diez hofft er dadurch auf eine höhere Wahlbeteiligung. „Ich werde mir bei den Kandidatenvorstellung ein Bild von den Bewerbern machen. Dann weiß ich, wofür sie stehen – ob sie beispielsweise glaubwürdig sind, Führungsqualität haben oder fachlich kompetent sind“, so Georg Zwingmann.

Als erfahrenes Mitglied der Bürgermeister-Fußballnationalmannschaft sieht Michael Schlecht den Wahlkampf sportlich. „Das ist Demokratie – wenngleich ich nichts dagegen gehabt hätte, keine Gegenkandidaten zu haben“, so Michael Schlecht, der bei der vergangenen Wahl allein angetreten war. Seit 16 Jahren ist der Diplom-Verwaltungswirt Rathauschef der Teilorte-Gemeinde und will es auch in nächster Zeit bleiben.