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Lernen als Abwägungvon Begründungen

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Zum Artikel "Bildschirme sind für das Gehirn langweilige Käfige", im Teckboten vom 12. Dezember:

Andreas Volz ist für die sachliche und ausführliche Wiedergabe der Darlegungen von Manfred Spitzer zu danken. Hervorzuheben ist, dass der Vortragende über weite Strecken seines Vortrages nichts anderes tat, als die neuesten Erkenntnisse der Neurobiologie darzustellen.

Für die an eigenständigen pädagogischen Prinzipien orientierte pädagogische Praxis stellt sich allerdings die Frage, ob die Erkenntnisse der Neurobiologie die Pädagogik zu einer Neubestimmung ihrer eigenen Voraussetzungen nötigt. Diese Frage entzündet sich an dem Problem, ob der Lernbegriff der Neurobiologie überhaupt derselbe ist, wie der der systematischen und praktischen Pädagogik. Während die Neurobiologie die Funktionsweise des Gehirns als Organ mit naturwissenschaftlichen Methoden unter der Voraussetzung des kausalen Wenn-dann-Zusammenhangs untersucht, fragt systematische Pädagogik nach der Bildung des Menschen und denkt über die Möglichkeit von sachlicher, sittlicher, ästhetischer Selbstbestimmung nach. Sie sieht Lernen als ein Abwägen von Begründungen, ein sich Entscheiden zwischen Alternativen. Dieses Tun setzt die Idee menschlicher Freiheit voraus. Gegenüber stehen sich also die Neurobiologie des Lernens als kausal gebundene naturwissenschaftliche Erkenntnisweise und die Aufgabe der Bildung unter der Idee der Freiheit.

Die Verhältnisbestimmung von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und die Aufgabe der Bildung, also von Kausalität und Freiheit, stellt ein notorisches Dauerproblem dar, das nicht schon dadurch gelöst wird, dass Neurobiologie Erkenntnisse zum Lernen zu Tage fördert, so wichtig sie im einzelnen auch sein mögen. Das Verhältnis von Neurobiologie und Bildung von Fachgelehrten unter Einbezug von Zuhörern diskutieren zu lassen, könnte die Aufgabe einer weiteren, spannenden, öffentlichen Veranstaltung sein.

Dr. Henrik Westermann

Oberlenningen, Wachtelbergstraße

Dienen Rüstungsexportetatsächlich dem Frieden?

Zum Kommentar "Rüstungsexport Die Moral der Kirchen", im Teckboten vom 13. Dezember:

Der Kommentar von Detlev Ahlers ist als unqualifiziert und polemisch zurückzuweisen. Es kommt dabei mehr seine Kirchenfeindlichkeit zum Ausdruck, als eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem sehr differenzierten Rüstungsexportbericht der Kirchen. Wenn Kirchen sich kritisch gegenüber Regierungen äußern, ist das noch nicht regierungsfeindlich. Wo die Regierungsfeindlichkeit in dem Bericht liegt, geht aus dem Kommentar nicht hervor.

Oft genug wurde und wird den Kirchen vorgeworfen, sich nicht rechtzeitig zu ethisch fragwürdigem Handeln von Regierungen geäußert zu haben. Auf den ökumenischen Versammlungen der letzten zwanzig Jahre haben sich die Kirchen immer wieder neu zu ihrem Friedensauftrag bekannt: "Die Kirche ist als Gemeinschaft des gekreuzigten und auferstandenen Christus dazu aufgerufen, in der Welt für Versöhnung einzutreten . . ." (Ökumenische Weltversammlung in Seoul 1990).

"Da die europäischen Kirchen davon überzeugt sind, dass Krieg nach dem Willen Gottes nicht sein darf, sollte alles getan werden, um die internationalen Mechanismen zur friedlichen Konfliktlösung zwischen den Völkern auszubauen . . ." (Aus dem Schlussdokument der Europäischen Ökumenischen Versammlung, Basel 1989).

"In der Zielrichtung christlicher Ethik liegt nur der Frieden, nicht der Krieg." (Aus der Friedensdenkschrift der EKD, 1981).

Ob Rüstungsexporte dem Frieden dienen, ist sehr wohl kritisch zu hinterfragen, zumal, wenn sie in den Nahen und Mittleren Osten gehen. Mit Lieferungen an China wird gar das Waffenembargo gegen einen Staat durchlöchert, der nach wie vor die Menschenrechte nicht anerkennt.

Cornelia Brox

Mitglied der Landessynode

Lenningen, Bachweg

Sucht der Stadt Bestes

Zum Artikel "Telefonische Bürgerbefragung der Polizei", im Teckboten vom 7. Dezember:

Ich möchte allen Polizeibeamten in unserer Stadt für ihren Dienst danken. Täglich lesen wir in der Zeitung von Verbrechen, die unsere Polizei aufklären muss. Während die Bürger dieser Stadt nachts beruhigt schlafen können, sind Polizeibeamte oft unterwegs und das unter Einsatz ihres Lebens.

"Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn", sagte einst der Prophet Jeremia. Dazu gehört auch, dass wir Christen für unsere Polizei beten und sie in ihrem nicht leichten Dienst dem Schutz Gottes anbefehlen. Dazu lade ich alle Christen unserer Stadt ein. Elli Scharpf Jesingen, Wannenweg