Lokales

Letzte Unbekannte gut gemeistert

KARLSBAD Zum Karlsbad-Pokal der Motorkunstflieger in Tschechien, der dieses Mal eine nationale und internationale Unlimited-Wertung hatte, reiste der Ohmdener Pilot Klaus Lenhart (Fliegergruppe Wolf Hirth) gleich mit zwei Handicaps an. Beim einzigen Trainingslager vor der Meisterschaft hatten sich akute Rückenprobleme eingestellt. Somit fiel das Training aus, aber der Schmerz blieb. Durch gute ärztliche Versorgung in Kirchheim war es möglich, etwa 70 Prozent der normalen G-Belastung im Training zu fliegen.

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Beim ersten Wettbewerbsflug hielt Lenhart das Handicap in Grenzen und erzielte rund 300 Punkte Vorsprung gegenüber den Konkurrenten. Nach der bekannten Pflicht stand am nächsten Tag das Kürprogramm der Piloten an, bei dem sich der Tscheche Martin Muck mit 46 Punkten Vorsprung vor Lenhart durchsetzte. Die Kür zeigte, dass jeder Fehler, den ein Pilot macht, die Meisterschaft kosten kann.

In der folgenden ersten "Unbekannten" wurde jedem Piloten eine Figur mit höchstem Schwierigkeitsgrad vorgegeben, und zwar ein Looping nach unten mit gleichzeitiger Rolle und acht Stopps. Es war ein aerodynamisch fast unfliegbares Manöver, worauf alle vier Piloten der Königsklasse "Unlimited" diese Figur "nullten", wonach der Kampf um Platz eins weiterhin offen war. Nun konzentrierte sich alles auf die letzte Unbekannte. Es war klar, wenn Lenhart eine Null erfliegen würde und die anderen nicht, wäre der Gesamtsieg verloren gewesen. Die Spannung stieg, als alle Konkurrenten einen fehlerfreien Flug abgeliefert hatten und nun Klaus Lenhart, der Gesamtführende, ins Cockpit musste.

Sehr konzentriert, mit etwas eingebauter Sicherheitshöhe und auch nicht alles riskierend, gelang dem Ohmdener ein Flug, der die Schiedsrichter überzeugte und 90 Punkte Vorsprung einbrachte.

Damit hatte Lenhart mit 11914 Punkten vor Martin Muck (11577) und Martin Sonka (11371) den Gesamtsieg beim Karlsbad-Pokal errungen.

Zugleich holte er sich den Titel des internationalen tschechischen Meisters und bekam zusätzlich den neu gestifteten Wanderpokal in Form eines Ikarus. Nächste Aktivität des Wolf-Hirth-Kunstfliegers ist die am 2. Juni stattfindende Jungfrau-Staffette.

pm