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Letzter Sieg liegt fast acht Jahre zurück

NERESHEIM Das gibt's tatsächlich: Wenigstens zwei der aktuellen Kirchheimer Kicker haben schon mal in Dorfmerkingen gewonnen.

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REIMUND ELBE

Am 29. August 1998 siegte

Torsten Raspe

zusammen mit den Stuttgarter Kickers in der ersten Runde des DFB-Pokals auf dem Härtsfeld 3:0. Torschütze damals zum vorentscheidenden 2:0 per Handelfmeter: Raspe. Und auch der VfL holte schon mal drei Zähler bei den SFD: Ebenfalls 1998, am 7. November, mit einem 2:0 mit dem am Samstag nur die Bank drückenden

Archontis Siopidis

im Kader.

Am vergangenen Samstag hatten sich zwar Raspe und Co. gegen die rustikal agierenden Dorfmerkinger ein Übergewicht erarbeitet, ohne dieses allerdings zu nutzen. Entsprechend im Keller war die Stimmung bei den Kirchheimern nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Thomas Göhring. Der Schock über den späten Gegentreffer saß auch beim sportlichen Leiter des VfL, Norbert Krumm, tief. "Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben", rief der VfL-Funktionär lautstark nach der dritten knappen Niederlage in Folge auf dem Härtsfeld, "aber jedes Mal verlieren wir hier so blöd und unverdient." Trainer Michael Rentschler wirkte erstaunlich ruhig. "Wir haben heute gesehen, dass unserer Mannschaft noch der letzte Tick zu einem Spitzenteam fehlt. Ähnlich unglücklich war die 0:1-Niederlage vor einigen Wochen in Ditzingen."

Diskussionsthema unter den Fans war nach der Partie zudem, warum der VfL-Trainer erst in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit das erste Mal auswechseln ließ. Rentschlers Erklärung: "Ich hatte das Gefühl, das unsere Mannschaft bis dahin gut funktioniert." Ob nicht ein frischer Emrah Polat für den in der Schlussphase erschöpft wirkenden Coskun Isci oder der sich lange warmlaufende Feriz Meha die abbauenden SFD-Kicker noch mehr unter Druck gesetzt und noch mehr Überraschungselemente ins Spiel gebracht hätte, bleibt diskussionswürdig.

Karl Böss, Fußball-Abteilungsleiter der SF Dorfmerkingen, hatte wenigstens Trost für die Gäste parat. "Für den Aufwand, den die Kirchheimer hier betrieben haben, kam natürlich zu wenig heraus. Aber ich bin mir sicher, dass sie in dieser Saison oben mitspielen werden." Auch das noch für den VfL: Tabellenführer TSV Schwieberdingen mit Trainer Gianni Coveli hat das Derby bei der SpVgg. 07 Ludwigsburg überraschend deutlich 4:1 gewonnen und sich erstmals etwas von der Konkurrenz abgesetzt. Die Schwieberdinger profitierten diesbezüglich auch vom Patzer des Zweiten SpVgg. Au (0:0 gegen den FV Ravensburg). Der VfL fiel durch den schmerzlichen Flop in Dorfmerkingen jedenfalls auf Platz sechs der Tabelle zurück.

Am Samstag gastiert die TSG Balingen an der Jesinger Allee. Jene besiegte vorgestern den FV Illertissen 2:0 und ist auf dem Weg Richtung Spitze. Eine Woche zuvor gelang der Mannschaft von Karsten Maier zudem ein 2:2 in Schwieberdingen. Hätte der VfL einen Goalgetter wie Sven Trouerbach der es mit nunmehr acht Toren auf genauso viele Saisontreffer wie das gesamte VfL-Team bringt müssten sich die Kirchheimer wohl keine Gedanken weder gegen die Balinger und in Folge um den Verbleib in den vorderen Tabellenregionen machen.