Lokales

Lindach-Quartett bietet dem Teufel die Stirn

Schon der Blick aus dem Starthäuschen lässt so manchem Rennläufer das Herz in die Hose rutschen. Zum 63. Mal seit der Premiere 1928 rief der Teufel die waghalsigsten Skifahrer aus aller Welt zum "Inferno-Rennen" auf den Schilthorngipfel im schweizerischen Mürren. Zum wiederholten Male mit dabei: vier Unerschrockene aus Weilheim und Neidlingen.

INTERLAKEN Das gewaltige Dreigestirn mit Eiger, Mönch und Jungfrau bildet alljährlich die Kulisse für das wohl spektakulärste Skirennen der Welt. 1 800 Teilnehmer aus aller Welt wagten sich in diesem Jahr auf die 15,8 Kilometer lange Steilabfahrt vom Schilthorn hinunter ins Tal. Mit Bernd Holl, Thomas Nußbaumer, Reiner Dosch und Michael Fauser hatten sich bereits zum 15. Mal die mutigsten Abfahrer aus dem Lindachtal auf den Weg ins Berner Oberland gemacht, um dem Teufel die Stirn zu bieten.

Anzeige

Für die Kombinierer im Team begann der Wettkampf bereits am Mittwoch: Dreimal galt es, mit Langlauf-Skiern den berüchtigten "Palace-Run" zu bewältigen, eine gewaltige Rampe, die so manchem Teilnehmer die Farbe aus dem Gesicht trieb. Bernd Holl als 43. und Reiner Dosch als 60. zogen sich unter den mehr als 300 gemeldeten Teilnehmern gut aus der Affäre. Wegen einer Verletzung musste Reiner Dosch auf den anschließenden Riesenslalom verzichten. Bernd Holl dagegen gelang ein glänzender Lauf. Der Weilheimer konnte sich als 89. in die Siegerliste eintragen.

Bei der Hauptattraktion, dem Inferno-Abfahrtslauf, ging Reiner Dosch als Erster des Teams auf die berüchtigte Strecke. Nach zwei Dritteln der Distanz stürzte er nach einem missglückten Sprung über die tückischen Bodenwellen beim Winteregg. Trotz dieses Missgeschicks fuhr er am Ende noch auf Platz 156. Pech mit dem Wetter hatte an diesem Tag Michael Fauser. Ausgerechnet an der Schlüsselstelle "Freiduns Kante" erwischte er eine dichte Nebelbank. Trotz dieses Handicaps belegte Fauser in der Endabrechnung Platz 139. Nach guten Trainingseindrücken hoch motiviert zeigte sich in diesem Jahr Thomas Nußbaumer am Start. Nach guter Fahrt im oberen Streckenabschnitt, musste er kurz vor der Ziellinie in den Schnee greifen. Am Ende stand für ihn der 207. Rang zu Buche. Für das Top-100-Resultat sorgte in diesem Jahr Bernd Holl. Liebevoll hatte er am Vorabend seine Skier gewachst, gepulvert und vermutlich auch geküsst. Mutig und fehlerfrei erkämpfte er sich Platz 95.

Den Abschluss der Inferno-Woche bildete für die Rennläufer dann der berühmte "Inferno-Ball" in der Mürrener Sporthalle. Hier konnten bei ausgelassener Stimmung und schweizerischer Guggenmusik Erfolge begossen oder Niederlagen hinunter gespült werden.

laz